Audi ist zurück im Supersportwagen-Kampf

Audi hat den Nuvolari vorgestellt, einen Hybrid-Supersportwagen, der nach Angaben des Unternehmens zum stärksten Serienmodell in der Geschichte der Marke werden soll. Enthüllt im Rahmen der Feierlichkeiten zum Formel-1-Grand-Prix von Monaco, kombiniert das Auto einen 4,0-Liter-V8 mit Twin-Turboaufladung mit einem elektrischen Drei-Motoren-Setup für eine Gesamtleistung von rund 1.000 PS, so der von The Drive bereitgestellte Bericht.

Für Audi geht die Bedeutung über die Schlagzeilen-Zahl der Leistung hinaus. Das Unternehmen wurde über Jahre stärker mit Premium-Straßenwagen und Performance-Limousinen verbunden als mit einem prägenden Halo-Supersportwagen. Der Nuvolari ist ein direkter Versuch, die Präsenz am oberen Ende des Marktes neu zu behaupten, und zwar mit einer Formel, die den Charakter von Verbrennungsmotoren, elektrifizierte Leistung und Motorsport-Branding verbindet, statt vollständig auf Elektroantrieb zu setzen.

Der Antriebsstrang kombiniert Lamborghini-Hardware mit Audi-Abstimmung

Laut dem bereitgestellten Bericht stammt der V8 aus dem Lamborghini Temerario, wurde aber auf etwas mehr Leistung abgestimmt. Er behält die gleiche Elektromotor-Konfiguration bei: zwei Axialflussmotoren an der Vorderachse und ein Motor an der Hinterachse. Dieses Hybridlayout soll 0 auf 60 mph in 2,6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 217 mph ermöglichen.

Eine 7,3-kWh-Batterie unterstützt eine nicht genannte rein elektrische Reichweite. Auch wenn diese Reichweite noch nicht spezifiziert ist, ist die Batterie strategisch wichtig. Audi setzt die Elektrifizierung hier nicht einfach für Compliance oder langsames Fahren ein. Sie dient dazu, das Leistungspotenzial durch Drehmomentabgabe, Traktion und Allradregelung zu erweitern.

So werden High-End-Supersportwagen zunehmend konstruiert: Elektrizität nicht als Ersatz für Begeisterung, sondern als Verstärker derselben.

Der Einfluss der Formel 1 geht tiefer als das Styling

Audis Chief Technology Officer Rouven Mohr verknüpfte das Auto mit dem Formel-1-Engagement des Unternehmens, und die Vorstellung in Monaco machte diesen Zusammenhang kaum zu übersehen. Die titangraue Außenfarbe stammt laut Bericht direkt vom F1-Auto von Audi, und auch die Karosseriestruktur spiegelt diesen Motorsport-Einfluss wider.

Der Nuvolari nutzt einen neuen Audi Space Frame mit Karbonaußenhaut, und der Bericht sagt, dass er auf denselben Fertigungsmethoden basiert, die auch bei F1-Autos zum Einsatz kommen. Zum Paket gehört außerdem eine aktive Aerodynamik, die über einen ausfahrbaren Heckflügel mit drei Einstellungen bis zu 882 Pfund Anpressdruck erzeugen kann: Closed, Low Downforce und High Downforce.

Diese Details deuten darauf hin, dass Audi mehr als nur visuelles Theater anstrebt. Hochgeschwindigkeitsstabilität, Kurvenverhalten und aerodynamische Anpassungsfähigkeit sind zu zentralen Elementen moderner Supersportwagen-Identität geworden. Käufer in diesem Segment erwarten Zahlen, aber auch Technikgeschichten, die Straßenwagen mit Rennsportglaubwürdigkeit verbinden.

quattro entwickelt sich für die Hybrid-Ära

Das Auto erhält „quattro predictive ride“, das im Bericht als neueste Version von Audis Allradsystem beschrieben wird. Es nutzt Torque Vectoring bei Beschleunigung, Kurvenfahrt, Verzögerung und Bremsen, einschließlich Rekuperation.

Das ist wichtig, weil Hybrid-Performancefahrzeuge zunehmend ebenso sehr von Software wie von Hardware abhängen. Die Leistungsabgabe mehrerer Motoren und eines Verbrennungsmotors zu steuern, ist längst nicht mehr nur eine Frage des Antriebsstrangs. Es wird zu einem Fahrwerk- und Kontrollproblem, bei dem Stabilität, Reaktion und Fahrervertrauen davon abhängen, wie gut das Auto in jedem Moment entscheidet, was jede Achse und jedes Rad tun soll.

Audis Supersportwagen-Identität war lange eng mit quattro verbunden. Im Nuvolari wird diese Identität durch elektrifizierte Drehmomentsteuerung neu geschrieben, statt durch rein mechanische Allradtradition.

Minimalistischer Innenraum, maximale Aussage

Im Innenraum, so der bereitgestellte Bericht, verzichtete Audi darauf, das Armaturenbrett mit zusätzlichen Displays zu überladen. Der Innenraum behält einen zentralen Touchscreen und ein digitales Kombiinstrument, verzichtet aber auf ein Beifahrerdisplay und auf stärker bildschirmlastige Showeffekte. Diese Zurückhaltung fällt in einem Markt auf, in dem viele Performance-Flaggschiffe zunehmend zuerst wie Technikschaufenster und erst danach wie Fahrerautos wirken.

Das Ergebnis scheint auf eine klare Botschaft ausgelegt zu sein: Dies ist ein Audi, der als fokussiert, scharfkantig und ernst in Sachen Performance wahrgenommen werden will. Selbst die Namenswahl geht in diese Richtung, denn sie greift die Rennsportlegende Tazio Nuvolari auf und erinnert zugleich an ein früheres Konzept aus den frühen 2000er-Jahren.

Die größere Frage ist, ob das Auto für Audi das leisten kann, was einst der R8 tat, nur mit einer zeitgemäßeren Mischung aus Hybridleistung und Formel-1-Bezug. Auf dem Papier sind die Zutaten vorhanden. Ein 1.000-PS-Hybrid-V8-Supersportwagen ist nicht subtil, und das soll er auch nicht sein. Er ist ein Signal dafür, dass Audi im gleichen Hochleistungs-Gespräch bewertet werden will wie die Marken, neben denen es in den letzten Jahren oft stand, ohne sie immer direkt herauszufordern.

Nuvolari auf einen Blick

  • Hybrid-Twin-Turbo-V8 mit 4,0 Litern und rund 1.000 PS.
  • Drei Elektromotoren: zwei an der Vorderachse und einer an der Hinterachse.
  • Die gemeldeten Fahrleistungen umfassen 0-60 mph in 2,6 Sekunden und 217 mph Höchstgeschwindigkeit.
  • Aktive Aerodynamik und ein Space Frame mit Carbon-Karosserie knüpfen das Auto an Audis F1-nahe Ingenieursbotschaft an.

Dieser Artikel basiert auf der Berichterstattung von The Drive. Zum Originalartikel.

Originally published on thedrive.com