Tägliche Extreme verändern das Bild der Gletscherschmelze

Eine von Forschenden der ETH Zürich und der Vrije Universiteit Brussel geleitete Studie zeigt, dass Simulationen bei Berücksichtigung täglicher Wetterschwankungen bis zum Jahrhundertende einen größeren Eisverlust erwarten lassen als herkömmliche Monatsberechnungen.

Die in Nature Communications veröffentlichte Studie aktualisierte das Global Glacier Evolution Model, GloGEM, für eine tägliche Auflösung. Das Modell erfasst mehr als 12.500 Gletscher und 94 Prozent des weltweiten Gletschereisvolumens. Beobachtete Massenverluste bildet es besser ab als die monatliche Methode.

Warum wenige heiße Tage entscheidend sein können

Schnee reflektiert Sonnenlicht, dunkles Gletschereis absorbiert dagegen mehr Energie. Eine Hitzewelle kann die schützende Schneedecke rasch entfernen, Eis freilegen und die Schmelze beschleunigen. Monatsmittel können diesen Wechsel verdecken.

Auch Niederschlag ist wichtig. Nahe dem Gefrierpunkt entscheiden kleine Temperaturunterschiede darüber, ob Regen oder Schnee fällt. Eine tägliche Modellierung kann diese Übergänge besser darstellen.

Bedeutung für die Planung des Meeresspiegels

Gebirgsgletscher tragen zum Meeresspiegelanstieg bei. Wenn tägliche Extreme geglättet werden, könnten Modelle den künftigen Eisverlust unterschätzen. Die Studie beseitigt Unsicherheiten nicht, zeigt aber eine konkrete Modellgrenze und spricht für tägliche Klimadaten.

Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von Phys.org. Originalartikel lesen.

Originally published on phys.org