Ein bedeutendes indigener Bildmotiv braucht möglicherweise eine neue Deutung
Eine etwa 700 Jahre alte, gehämmerte Kupferplatte, die lange als „Birdman“-Platte bekannt ist, könnte einer neuen, von Live Science hervorgehobenen Interpretation zufolge eine zeremoniell als Kriegerin gekleidete Frau statt einer männlichen Figur darstellen.
Das Objekt, offiziell Rogan Plate 1 genannt, wurde in den 1880er-Jahren in den Etowah Mounds in Georgia in einem Grab einer vermutlich hochrangigen Person gefunden. Forschende nehmen an, dass es nahe Cahokia im heutigen Illinois hergestellt wurde.

Warum die Identität der Figur umstritten ist
Der traditionelle Name „Birdman“ verstärkte die Annahme, dass die Figur männlich sei. Die neue Deutung schlägt vor, dass es sich um eine Frau in zeremonieller Kriegerkleidung handeln könnte. Sie beseitigt die Mehrdeutigkeit nicht, erweitert aber die Interpretationsmöglichkeiten.
Die Platte ist etwa 28 Zentimeter hoch und befindet sich im Smithsonian National Museum of Natural History. Ihre Darstellung steht mit dem Southeastern Ceremonial Complex in Verbindung, einer gemeinsamen visuellen und rituellen Tradition indigener Gesellschaften.

- Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde vermutlich nahe Cahokia hergestellt.
- Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Etowah, Georgia, entdeckt.
- Sie wurde wahrscheinlich Mitte des 14. Jahrhunderts mit einer hochrangigen Person bestattet.
- Ihre Bildsprache ist mit dem Southeastern Ceremonial Complex verbunden.
Bezeichnungen überdenken, ohne Unsicherheit zu beseitigen
Die mögliche Identifizierung der Figur als Frau macht das komplexe Objekt nicht zu einer einfachen Aussage über Geschlechterrollen der Vergangenheit. Sie zeigt vielmehr, dass ein vertrauter Name nicht bestimmen sollte, was Menschen zu sehen glauben. Die genaue Identität bleibt umstritten; diese Debatte gehört zu ihrer historischen Bedeutung.
Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von Live Science. Originalartikel lesen.
Originally published on livescience.com






