Eine seltene familiäre Verbindung tritt aus einem frühmittelalterlichen Grab hervor
Eine ungewöhnliche angelsächsische Doppelbestattung ist nach der Analyse alter DNA noch berührender und wissenschaftlich wertvoller geworden, nachdem bestätigt wurde, dass die beiden gemeinsam bestatteten Kinder Bruder und Schwester waren. Dem vorliegenden Bericht zufolge stammt die Bestattung aus der Zeit vor etwa 1.400 Jahren und könnte einen gemeinsamen Tod infolge einer rasch verlaufenden Infektionskrankheit widerspiegeln.
Diese biologische Identifizierung ist wichtig, weil bestätigte familiäre Beziehungen in angelsächsischen Bestattungen selten sind. Archäologen arbeiten oft mit Grabbeigaben, der Lage der Körper und Skelettbefunden, um soziale Bindungen zu erschließen, doch eine direkte genetische Bestätigung ist vergleichsweise ungewöhnlich. In diesem Fall stützt DNA-Evidenz die Deutung eines Grabes, das bereits durch die Art der Bestattung der beiden Kinder auffiel.
Warum die Bestattung hervorsticht
Der Bericht beschreibt die Bestattung so, dass eine ältere Schwester ihren jüngeren Bruder zu umarmen scheint. Selbst ohne die Interpretation zu weit zu treiben, deutet diese Anordnung auf Sorgfalt in der Bestattungspraxis hin und bietet einen bewegenden Einblick in die gesellschaftliche Bedeutung des Todes. Archäologie bewahrt Gefühle nur selten direkt. Bewahren kann sie jedoch die Entscheidungen der Lebenden, und hier wirken diese Entscheidungen bewusst.
Da frühmittelalterliche Friedhöfe häufig einzelne Individuen ohne schriftliche Aufzeichnungen enthalten, hilft jede bestätigte Verwandtschaftsbeziehung Forschern dabei, Strukturen von Haushalt und Familie, Kindheit und Bestattungssitten genauer zu verstehen. Die Bestätigung, dass diese Kinder Geschwister waren, stützt die Annahme, dass ihre gemeinsame Bestattung ein Familienereignis und keine zufällige Platzierung war.
Die Möglichkeit, dass beide zum selben Zeitpunkt an einer Infektionskrankheit starben, wie der Bericht anmerkt, fügt eine weitere Ebene hinzu. Sie legt nahe, dass die Bestattung nicht nur durch Verwandtschaft, sondern auch durch eine Krisensituation geprägt gewesen sein könnte.

