Einleitung
Ein außergewöhnliches Foto, das einen Naturschützer in einem Ultraleichtflugzeug zeigt, der durch ein Megaphon singt, um einen Schwarm Waldrappe zu leiten, hat den Nature-Wettbewerb „Scientist at Work“ 2026 gewonnen. Das Bild, aufgenommen vom Studenten Gunnar Hartmann, hält einen entscheidenden Moment in den laufenden Bemühungen fest, diesen vom Aussterben bedrohten Vogel in sein früheres europäisches Verbreitungsgebiet zurückzubringen.
Das Siegerbild
Hartmanns Fotografie zeigt Helena Wehner auf dem Beifahrersitz eines Ultraleichtflugzeugs, die ein deutsches Lied durch ein Megaphon singt, um die Vögel auf ihrer Zugroute zu führen. Pilot Johannes Fritz sitzt am Steuer. Die Szene spielt sich über Olivenhainen in Jaén, Südspanien, während der 50-tägigen, 2.800 Kilometer langen Reise von Südostdeutschland nach Südwestspanien ab. Der Waldrapp (Geronticus eremita) war vor etwa 400 Jahren aus den nördlichen Alpenausläufern verschwunden, aufgrund von Wilderei und Klimawandel. Dank der Bemühungen der österreichischen Naturschutzgruppe Waldrappteam – benannt nach dem lokalen Namen des Ibisses – kehrt die Art nun zurück.
Schutzstrategie
Das Waldrappteam zieht die Vögel von Hand auf, die starke Bindungen zu ihren menschlichen Betreuern entwickeln. Diese Bindung ermöglicht es den Vögeln, dem Ultraleichtflugzeug zu folgen, das als Ersatzelternteil fungiert und sie zu neuen Winterquartieren führt. Seit Projektbeginn im Jahr 2004 hat es eine treue Anhängerschaft in den lokalen Gemeinschaften entlang der Zugroute gewonnen. Die erfolgreiche Reise der Vögel ist ein Zeugnis für das Engagement des Teams und den innovativen Einsatz von Flugzeugen zur Wiederherstellung natürlichen Zugverhaltens.
Perspektive des Fotografen
Gunnar Hartmann, ein Student der Naturwissenschaften an der Universität Koblenz in Deutschland, schloss sich dem Naturschutzteam 2024 als Freiwilliger an. In einer Stellungnahme zum Preis sagte Hartmann, das Bild rufe „so viele Emotionen“ in ihm hervor, und fügte hinzu: „Ich kann die Luft von diesem Tag riechen und mir die Geräusche vorstellen.“ Sein Foto wurde zum Gesamtsieger des Nature-Wettbewerbs „Scientist at Work“ 2026 gekürt, der Bilder würdigt, die Forscher und Naturschützer in Aktion zeigen.
Weitere preisgekrönte Einsendungen
Der Wettbewerb würdigte auch andere herausragende Fotografien. Der Meeresbiologe Uli Kunz nahm ein Bild aus dem Roten Meer vor der Küste Saudi-Arabiens auf, das Wissenschaftler zeigt, die eine Inkubationskammer über einem Korallenriff-Ökosystem installieren. Das Projekt misst die Sauerstoffproduktion, um zu verstehen, wie verschiedene Korallen, wie Acropora, auf steigende Wassertemperaturen aufgrund des Klimawandels reagieren. Ein weiteres Siegerfoto von Robert Harcourt zeigt den Biologen Michael Doane, der taucht, um Hautproben von einem Walhai (Rhincodon typus) am Ningaloo-Riff vor Westaustralien zu sammeln. Die Proben helfen, die Mikroorganismen zu untersuchen, die auf der Haut des Hais leben.
Bedeutung des Preises
Der Wettbewerb „Scientist at Work“ unterstreicht die wichtige Rolle der Feldarbeit und der Naturschutzwissenschaft. Hartmanns Siegerbild zeigt nicht nur die Schönheit des Waldrapps und die innovativen Methoden zu seiner Rettung, sondern betont auch die dringende Notwendigkeit, bedrohte Arten zu schützen. Der Erfolg des Waldrappteams gibt Hoffnung für andere Arten, die durch Lebensraumverlust und Klimawandel bedroht sind.
Fazit
Während der Waldrapp in den Himmel Europas zurückkehrt, dient Hartmanns Foto als kraftvolle Erinnerung daran, was durch Hingabe und Kreativität erreicht werden kann. Das Bild wird zukünftige Generationen von Wissenschaftlern und Naturschützern inspirieren, die Arbeit zum Erhalt der Biodiversität unseres Planeten fortzusetzen.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von New Scientist. Lesen Sie den Originalartikel.
Originally published on newscientist.com


