Eine neue Art von Verteidigungsvertrag

Die U.S. Army hat Anduril Industries die erste Task Order im Rahmen eines neu etablierten 20-Milliarden-Dollar-Vertragsrahmens für die Beschaffung von Abwehrsystemen gegen unbemannte Luftfahrzeuge vergeben. Die Vertragsstruktur — formal ein Vertragsrahmen statt einer direkt finanzierten Auftragsvergabe — soll die bürokratischen Hürden senken, mit denen das Militär bei der Beschaffung modernster Drohnenabwehrtechnologie von Unternehmen wie Anduril konfrontiert ist, die außerhalb der traditionellen Rüstungsindustrie tätig sind.

Anduril-Präsident Matthew Steckman reagierte schnell, um Erwartungen zu zügeln, nachdem die 20-Milliarden-Dollar-Zahl bekannt wurde. Wir erhielten viele Nachrichten am Wochenende wie „Oh, du hast 20 Milliarden verdient". Es ist kein Geld daran gebunden, es ist nur ein Vertragsrahmen, aber er reduziert eine Menge unnötiger Reibung, sagte er. Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Vertragsrahmen etabliert einen optimierten Beschaffungspfad, aber tatsächliche Mittel fließen nur, wenn einzelne Task Orders platziert und separat finanziert werden.

Was ein Vertragsrahmen bewirkt

Die traditionelle Verteidigungsbeschaffung erfordert einen langwierigen Wettbewerbsprozess für jedes neue System oder jede neue Fähigkeit. Für ein Militär, das sich zunehmend schnell entwickelnden Drohnenbedrohungen gegenübersieht, ist dieser Zeitrahmen mit der operativen Realität unvereinbar. Eine Drohnenbedrohung, die vor zwei Jahren noch nicht existierte, kann von Gegnern innerhalb von Monaten eingesetzt werden. Bestehende Beschaffungszyklen wurden für Plattformen konzipiert, deren Entwicklung Jahrzehnte dauert.

Vertragsrahmen gehen dieses Problem an, indem sie Anbieter vorab qualifizieren und vereinbarte Bedingungen festlegen — Preisstrukturen, Lieferpläne, Sicherheitsanforderungen, technische Vorgaben —, die es ermöglichen, einzelne Task Orders schnell auszugeben, sobald ein Bedarf erkannt wird. Die Army kann eine Bestellung für eine bestimmte Drohnenabwehr-Fähigkeit aufgeben, ohne jedes Mal einen neuen Wettbewerb von vorne zu starten.

Für Anduril signalisiert die Vergabe der ersten Task Order unter diesem besonderen Vertragsrahmen eine bedeutende Wettbewerbsposition. Andere Unternehmen könnten ebenfalls Awards unter dem 20-Milliarden-Dollar-Deckel erhalten, aber Anduril hat den Maßstab gesetzt und das Vertrauen der Army in seine Lattice-Softwareplattform und die zugehörigen Hardwaresysteme unter Beweis gestellt.

Andurils Drohnenabwehrtechnologie

Andurils Drohnenabwehr-Portfolio konzentriert sich auf die Lattice-Befehls- und Kontrollplattform, die Sensordaten aus mehreren Quellen — Radar, optisch, akustisch — integriert, um unbemannte Systeme zu erkennen, zu verfolgen, zu klassifizieren und optional zu bekämpfen. Das Unternehmen produziert eigene Drohnen-Abfangsysteme, darunter das Anvil-Fahrzeug für kinetische Bekämpfung und das Pulsar-Elektronik-Kriegssystem, das Drohnenkommunikation stören oder manipulieren kann, um sie zum Landen oder zur Rückkehr zum Operator zu zwingen.

Das Unternehmen hat sich als Software-First-Verteidigungsunternehmen positioniert, im Gegensatz zu den traditionellen Generalunternehmern, die Hardwareplattformen über Jahrzehnte entwickelten. Lattice ist hardwareagnostisch konzipiert, was bedeutet, dass es Daten von Drittanbieter-Sensoren und -Systemen sowie Andurils eigene Systeme aufnehmen und steuern kann. Diese Architektur hat sich bei Militärkunden bewährt, die Software benötigen, die vielfältige Sensor- und Waffensysteme intelligent koordinieren kann.

Die Dringlichkeit der Drohnenabwehr

Die Dringlichkeit der Army bei der Drohnenabwehr-Beschaffung widerspiegelt harte Lektionen aus jüngsten Konflikten, insbesondere aus der Ukraine, wo beide Seiten Drohnen in großem Maßstab für Aufklärung, Artilleriebeobachtung und direkte Angriffe eingesetzt haben. First-Person-View-Drohnen, die nur ein paar hundert Dollar kosten, haben sich als fähig erwiesen, millionenschwere gepanzerte Fahrzeuge auszuschalten. Drohnenschwärme stellen eine geschichtete Herausforderung dar, auf die bestehende Luftverteidigungssysteme, die für Flugzeuge und Raketen konzipiert wurden, nicht vorbereitet sind.

Das Pentagon hat Counter-UAS als eine seiner höchsten Prioritäts-Fähigkeitslücken identifiziert. Mehrere Programme über alle Services hinweg konkurrieren um Finanzierung und Aufmerksamkeit. Die Schaffung eines dedizierten 20-Milliarden-Dollar-Vertragsrahmens durch die Army für diese Mission stellt eine strukturelle Verpflichtung dar, die Drohnenabwehr-Beschaffung als ein nachhaltiges Programm statt als eine Reihe von Einzelkäufen zu behandeln.

Breitere Defense-AI-Landschaft

Andurils Erfolg in diesem Bereich ist Teil einer breiteren Verschiebung in der Art und Weise, wie das Pentagon die Beschaffung von Verteidigungstechnologie angeht. Unternehmen wie Anduril, Palantir und Shield AI — jüngere Unternehmen, die auf modernen Softwareentwicklungspraktiken aufgebaut wurden — haben erhebliche Fortschritte gegen etablierte Auftragnehmer in AI-intensiven Bereichen gemacht.

Der Chief Technology Officer des Pentagon hat Unterstützung für diesen Wandel signalisiert und betont dabei Liefergeschwindigkeit und Software-Agilität gegenüber den traditionellen Metriken der Verteidigungsbeschaffung. Der neue Vertragsrahmen ist selbst ein Produkt dieser Philosophie: Den Prozess vereinfachen, die Zeit bis zur Einsatzfähigkeit verkürzen und akzeptieren, dass iterative Verbesserung von eingesetzten Systemen dem Warten auf perfekt spezifizierte Anforderungen von Anfang an vorzuziehen ist.

Dieser Artikel basiert auf Berichten der Breaking Defense. Lesen Sie den Originalartikel.

Originally published on breakingdefense.com