Eine orale Anschlussoption für ein bekanntes Adipositas-Problem

Einer der schwierigsten Aspekte der Adipositasbehandlung ist nicht das Abnehmen an sich, sondern das Halten dieser Erfolge, wenn sich die Therapie ändert oder endet. Eine neue Phase-3b-Studie in

Nature Medicine

greift dieses Erhaltungsproblem direkt auf und untersucht, ob ein einmal täglich oral einzunehmender GLP-1-Rezeptoragonist Menschen dabei helfen kann, den mit injizierbaren Medikamenten erzielten Gewichtsverlust zu bewahren.

Das Medikament ist orforglipron, ein nichtpeptidischer oraler GLP-1-Rezeptoragonist. In der neu veröffentlichten ATTAIN-MAINTAIN-Studie rekrutierten die Forschenden Personen, die in der SURMOUNT-5-Studie zuvor mit tirzepatid oder semaglutid behandelt worden waren. Die Teilnehmenden wurden dann in einem doppelblinden, placebokontrollierten Design randomisiert, um entweder täglich orales orforglipron oder Placebo zu erhalten.

Die zentrale Frage war praktisch und klinisch relevant: Konnte ein orales Medikament nach Erreichen eines Gewichtsplateaus unter injizierter Therapie helfen, mehr von dieser Reduktion im folgenden Jahr zu erhalten?

Was die Studie fand

Die Antwort war auf Basis dieser Studie ja. Unter den Teilnehmenden mit Erfahrung mit Tirzepatid, die ein Gewichtsplateau erreicht hatten, behielten die dem orforglipron zugeteilten Personen nach einem modellbasierten Schätzwert in Woche 52 74,7 % ihres Körpergewichtsverlusts bei. In der Placebogruppe waren es 49,2 %. Daraus ergab sich ein geschätzter Behandlungsunterschied von 25,5 Prozentpunkten, mit einem berichteten P-Wert unter 0,001.

Auch im semaglutid-erfahrenen Kollektiv waren die Ergebnisse stark. Teilnehmende unter orforglipron behielten in Woche 52 einen modellbasierten Schätzwert von 79,3 % ihres Gewichtsverlusts bei, verglichen mit 37,6 % unter Placebo. Der geschätzte Behandlungsunterschied betrug 41,7 Prozentpunkte, wiederum mit P < 0,001.

Das Paper sagt außerdem, dass alle wichtigen sekundären Endpunkte ebenfalls erreicht wurden, auch wenn das Abstract nicht jeden einzelnen im Detail beschreibt. Es berichtet zudem Verbesserungen bei kardiometabolischen Risikofaktoren und ein Sicherheitsprofil, das im Allgemeinen ähnlich zu injizierbaren GLP-1-Rezeptoragonisten war.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren gastrointestinale Beschwerden, die überwiegend als leicht bis mittelschwer beschrieben wurden. Das ist wichtig, weil die Verträglichkeit oft darüber entscheidet, ob eine Therapie außerhalb eng kontrollierter Studienumgebungen funktioniert.