Ein täuschend einfaches klinisches Problem
Jeden Tag stehen Kliniker vor einer diagnostischen Herausforderung, die einfach klingt, es aber nicht ist: Ist die Infektion dieses Patienten bakteriell oder viral? Diese Unterscheidung ist enorm wichtig. Bakterielle Infektionen erfordern Antibiotika; Virusinfektionen nicht und können damit nicht behandelt werden. Die Verabreichung von Antibiotika bei Virusinfektionen ist nicht nur unwirksam – sie trägt aktiv zur Antimikrobienresistenz bei, indem Bakterien sub-therapeutischen Antibiotikakonzentrationen ausgesetzt werden, was zur Auswahl resistenter Stämme führt, die sich in Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen ausbreiten können.
Doch die Unterscheidung ist traditionell schwierig am Ort der klinischen Versorgung. Klinische Symptome überlappen sich erheblich: Sowohl bakterielle als auch Virusinfektionen können Fieber, Müdigkeit, erhöhte Leukozytenwerte und das allgemeine Muster einer systemischen Erkrankung verursachen. Standardlaboruntersuchungen – Blutbild, C-reaktives Protein, Procalcitonin – sind nützlich, aber unpräzise; sie spiegeln eher die Intensität einer Entzündungsreaktion wider als ihre spezifische Ursache.
MeMed BV Flex verfolgt einen anderen Ansatz. Statt einen einzelnen Entzündungsmarker zu messen, misst es die körpereigene Immunantwort-Signatur – ein Panel von Wirtssproteinen, deren relative Spiegel sich in charakteristischen Mustern je nachdem verschieben, ob das Immunsystem auf ein Bakterium oder ein Virus reagiert.
Die Wissenschaft hinter dem Test
MeMed, ein israelisches Unternehmen für medizinische Diagnostik, entwickelte die Technologie durch Blutprobenentnahme bei Tausenden von Patienten mit bestätigten bakteriellen oder Virusinfektionen und Analyse der proteomic Muster, die mit jedem Typ verbunden sind. Die Analyse identifizierte eine Kombination aus drei Proteinen – tumor necrosis factor-related apoptosis-inducing ligand (TRAIL), interferon gamma-induced protein-10 (IP-10) und C-reactive protein – deren kombinierte Spiegel einen Score generieren, der Infektionen bei den meisten klinischen Präsentationen genau als bakteriell oder viral klassifiziert.
TRAIL und IP-10 sind bei Virusinfektionen deutlich erhöht, da sie Teil der angeborenen Immunantwort sind, die speziell durch virale Nukleinsäuren ausgelöst wird. CRP steigt bei beiden Typen, ist aber in bakteriellen Fällen im Allgemeinen höher. Das Verhältnis und die Kombination der drei Marker bieten eine Spezifität, die kein einzelner Marker allein erreicht, mit Genauigkeitsraten, die in klinischen Studien einzelne Biomarker und klinisches Urteil bei der Klassifizierung mehrdeutiger Präsentationen übertroffen haben.







