Wenn der Akku stirbt, stirbt auch alles andere

Ein Vorfall mit einem Cadillac Lyriq Elektrofahrzeug hat eine potenzielle Sicherheitslücke in modernem EV-Design hervorgehoben, die verstärkte Aufmerksamkeit erhält. Als der Akku des Lyriq vollständig entleert wurde, gingen die elektrischen Systeme des Fahrzeugs offline—einschließlich der elektronischen Türschlösser—und sperrten einen Säugling im Auto ein, bis Rettungskräfte das Fahrzeug öffnen konnten. Der Vorfall wirft Fragen darüber auf, wie EVs so konstruiert werden sollten, dass kritische Sicherheitsfunktionen auch bei vollständig entleerter Traktionsbatterie erhalten bleiben.

Der Unterschied zwischen EVs und traditionellen Autos bei leerer Batterie

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben eine klare Hierarchie elektrischer Systeme. Die 12-Volt-Hilfsbatterie verwaltet Türschlösser, Fenster und Innenelektronik und ist vollständig unabhängig von der Startfunktion des Motors. Ein Auto mit leerer Starterbatterie kann seine Türen immer noch manuell mit einem physischen Schlüssel oder durch Überbrückung der 12-Volt-Batterie entriegelt werden. Selbst wenn Motor und Hilfsbatterie gleichzeitig ausfallen—ein außergewöhnlich seltenes Szenario—haben die meisten traditionellen Fahrzeuge mechanische Notöffnungsmöglichkeiten an den Türschlössern, die von innen zugänglich sind.

Elektrofahrzeuge verkomplizieren diese Architektur. Während viele EVs eine kleine 12-Volt-Hilfsbatterie für Niederspannungssysteme enthalten, unterscheidet sich die Beziehung zwischen Traktionsbatterie und Hilfssystemen je nach Hersteller und Modell erheblich. In einigen Konfigurationen kann eine vollständig entladene Traktionsbatterie die Hilfsbatterie offline nehmen oder verhindern, dass sie aufgeladen wird. Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, in dem jedes elektrische System—einschließlich Türschlösser—gleichzeitig nicht mehr reagiert.