Ein historisches Verbot endet

Die Schweiz beendet offiziell das Verbot von Rundstreckenrennen, das sie nach der Katastrophe von Le Mans 1955 eingeführt hatte. Das Verbot dauerte 71 Jahre und machte das Land zu einer Ausnahme im europäischen Motorsport. Laut dem Bericht von The Drive erklärte der Bundesrat am Mittwoch, dass das Verbot ab dem 1. Juli nicht mehr gelten wird.

Mit dieser Entscheidung endet eine der am längsten bestehenden rechtlichen Schattenseiten des modernen Rennsports. Das ursprüngliche Verbot folgte auf die Katastrophe von Le Mans 1955, bei der mehr als 80 Menschen getötet wurden. In den Jahrzehnten danach ließ die Schweiz einige Formen des Motorsports weiter zu, doch Rennen auf geschlossenen Strecken blieben weitgehend untersagt.

Das Verbot hatte bereits zu bröckeln begonnen

Die Schlagzeilenänderung mag abrupt wirken, kam aber nicht aus dem Nichts. In den vergangenen Jahren hatte die Schweiz bereits begonnen, Ausnahmen zu schaffen. Die Formel E fuhr 2018 und erneut 2019 in Zürich im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung für Elektrofahrzeuge. Diese Veranstaltungen zeigten, dass das Land bereit war, eine kontrollierte Rückkehr zum Rennsport auf der Rundstrecke zu testen, wenn auch nur in begrenzter Form.

Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass mehrere Gesetze zuvor aufgehoben oder gelockert worden waren, was den Weg für eine weitergehende Kehrtwende bereitete. In diesem Sinne ist die Entscheidung vom 1. Juli weniger eine plötzliche Kursänderung als vielmehr der Abschluss eines schrittweisen Normalisierungsprozesses.