Die Pionierin, die in den Geschichtsbüchern zu wenig beachtet wird

Im Pantheon der amerikanischen Astronauten nimmt Eileen Collins einen einzigartigen Platz ein: Sie war 1995 an Bord der Discovery die erste Frau, die einen Space Shuttle steuerte, und vier Jahre später wurde sie die erste Frau, die einen kommandierte, und leitete die STS-93-Mission, die das Chandra X-Ray Observatory bereitstellte. Doch außerhalb von Raumfahrt-Fachkreisen ist ihr Name weniger bekannt als der vieler ihrer Zeitgenossen.

Eine neue Dokumentation, Spacewoman, zielt darauf ab, das zu ändern. Der Langfilm verfolgt Collins' Biographie von ihrer Kindheit in Elmira, New York — wo sie in Armut aufwuchs und zeitweise in einem Wohnprojekt lebte — über ihre Militärkarriere als U.S. Air Force Testpilotin, ihre Auswahl als NASA-Astronautin 1990 und ihre vier Space-Shuttle-Missionen mit mehr als 537 Stunden im Weltraum.

Eine Pilotin gegen alle Widerstände zu werden

Die Dokumentation beginnt mit einem bemerkenswerten Detail: Collins wurde schon als Kind von Luftfahrt fasziniert, las Bibliotheksbücher über Flugverkehr und sparte Geld aus ihrer Zeitung-Zustellung, um Flugstunden auf dem lokalen Flughafen zu bezahlen. Dies war Ende der 1960er Jahre, als Frauen praktisch von der Militärluftfahrt ausgeschlossen waren. Sie trat dem Air Force ROTC-Programm an der Syracuse University bei, wurde eine der ersten Frauen, die ihre grundständige Pilotenausbildung abschloss, und erwarb schließlich Master-Abschlüsse von Stanford und Webster University. Als NASA sie auswählte, hatte sie bereits über 4.000 Flugstunden in 30 verschiedenen Flugzeugtypen absolviert.

Die Space-Shuttle-Missionen

Spacewoman widmet jeder der vier Missionen von Collins erhebliche Zeit. Ihre erste, STS-63 im Februar 1995, war sowohl ihr Piloten-Debüt als auch das erste Space-Shuttle, das ein Rendezvous mit der russischen Mir-Raumstation durchführte. Der Film nutzt Archivmaterial und Interviews, um die Spannung nachzuzeichnen, als sie sich der Mir auf 37 Fuß näherte, während sie Bedenken bezüglich der Triebwerks-Kontamination verwaltete.

STS-93 im Juli 1999, die Mission, die Collins kommandierte, war eine der technisch anspruchsvollsten der späten Space-Shuttle-Ära. Kurz nach dem Start verursachte eine fehlerhafte Stromverbindung den Ausfall von zwei Haupttriebwerk-Steuerungen, und ein Wasserstoffleck reduzierte die Treibstoffversorgung. Die Besatzung flog eine gekürzte Mission und erreichte die minimale Umlaufbahn, die für die Bereitstellung von Chandra erforderlich war, bevor sie zurückkehrte. Die Dokumentation behandelt diesen Notfall angemessen ernst und vermerkt, dass die Mission näher an einer Katastrophe lag, als NASAs öffentliche Mitteilungen vermittelten.

Vermächtnis und die Pipeline-Frage

Eine der zentralen Spannungen der Dokumentation ist der Kontrast zwischen Collins' individueller Leistung und dem langsamen Tempo, in dem Frauen später in NASAs höheren Missionsrängen aufgestiegen sind. Von mehr als 130 Space-Shuttle-Missionen führten Frauen weniger als zehn an.

Interviews mit Kollegen-Astronauten und Führungskräften reflektieren über welche systematischen Veränderungen — in Auswahlkultur, Mentoring und Zuweisungsprozessen — über Collins' symbolischen Meilenstein hinaus erforderlich waren. Die Dokumentation bietet keine einfachen Schlussfolgerungen, sondern lässt die Daten sprechen.

Eileen Collins erscheint durchgehend in nachdenklichen Interviews, die einen charakteristisch bescheidenen Bericht ihrer eigenen Geschichte enthüllen. Sie spricht über ihre Motivationen in Bezug auf Missionserfüllung und nicht auf Barrieren-Durchbruch, ein Rahmen, den die Dokumentation sowohl darstellt als auch sanft kompliziert, indem sie zeigt, wie ihr Beispiel Tausende von Mädchen beeinflusste, die ihr in den späten 1990er Jahren und frühen 2000er Jahren Briefe schickten.

Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von Space.com. Den ursprünglichen Artikel lesen.