Die Buchstaben des Lebens, im Weltall gefunden
Die fünf Nukleobasen – Adenin, Guanin, Cytosin, Thymin und Uracil – sind die chemischen Buchstaben, die genetische Informationen in DNA und RNA codieren, den Molekülen, die das Fundament aller bekannten Lebensformen auf der Erde bilden. Ihre Anwesenheit in Asteroidenmaterial wurde zuvor einzeln bestätigt, aber die Erkennung aller fünf in einer einzelnen, unverseuchten außerirdischen Probe von einem bekannten Asteroiden ist ein Meilenstein, der den wissenschaftlichen Fall für einen kosmischen Beitrag zu den Ursprüngen der Chemie des Lebens erheblich stärkt.
Wissenschaftler, die Material analysierten, das vom erdnahen Asteroiden Ryugu durch das japanische Hayabusa2-Raumschiff zur Erde zurückgebracht wurde, haben genau diese Entdeckung gemacht. Die Ryugu-Probe – 2019 gesammelt und Ende 2020 zur Erde zurückgebracht – ist zu einer der wissenschaftlich produktivsten außerirdischen Proben in der Geschichte geworden und hat einen Strom von Entdeckungen über die chemische Zusammensetzung eines primitiven kohlenstoffreichen Asteroiden hervorgebracht, der sich in der Frühzeit des Sonnensystems bildete.
Warum Ryugu wichtig ist
Nicht alle Asteroiden sind wissenschaftlich gleich, wenn es um Fragen zum Ursprung des Lebens geht. Ryugu wird als C-Typ-(kohlenstoffhaltiger) Asteroid klassifiziert – die chemisch primitivste Klasse, bestehend aus Material, das seit der Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren relativ wenig Veränderung erfahren hat. Diese Objekte sind die nächsten Analoga in unserem Sonnensystem zum interplanetaren Staub und den Planetesimalen, aus denen die frühe Erde zusammengesetzt wurde.
Die Hayabusa2-Mission wurde speziell dafür entwickelt, Proben von der Subsurface und der Oberfläche von Ryugu zurückzubringen und dies auf kontaminationskontrollierte Weise zu tun, die es Wissenschaftlern ermöglicht, erkannte Verbindungen definitiv dem Asteroiden statt zu irdischer Kontamination zuzuordnen. Diese methodische Strenge macht die Nukleobasenerkennung wissenschaftlich bedeutsam: frühere Meteoriten-Analysen waren immer mit der Möglichkeit irdischer Kontamination konfrontiert, da Meteoriten von dem Moment an, in dem sie landen, der irdischen Biosphäre ausgesetzt sind.







