Ein fremder Komet liefert Astronomen einen chemischen Hinweis aus einem anderen Planetensystem

Nur drei bestätigte interstellare Besucher sind jemals beim Durchqueren unseres Sonnensystems entdeckt worden, und einer von ihnen liefert nun einen außergewöhnlich großen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn. Einer neuen, von der University of Michigan geleiteten Studie zufolge enthält der Komet 3I/ATLAS eine außergewöhnliche Menge deuteriumreichen Wassers, weit mehr als alles, was bisher in Kometen unseres eigenen Sonnensystems beobachtet wurde.

Die laut dem vorliegenden Bericht in Nature Astronomy veröffentlichte Erkenntnis gibt Forschern eine Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Umgebung zu ziehen, in der das Objekt entstanden ist. Ihre Schlussfolgerung lautet, dass 3I/ATLAS vermutlich unter Bedingungen entstanden ist, die viel kälter waren als jene, die das Sonnensystem um die Sonne geprägt haben.

Warum schweres Wasser wichtig ist

Normales Wasser besteht aus Sauerstoff und Wasserstoff, doch Wasserstoff selbst kommt in verschiedenen Isotopen vor. Das schwerere Isotop Deuterium enthält statt nur eines Protons ein Proton und ein Neutron. Wenn Wasser Deuterium einbindet, wird daraus das, was Wissenschaftler gemeinhin schweres Wasser nennen.

Das Verhältnis von Deuterium zu gewöhnlichem Wasserstoff wirkt als chemischer Fingerabdruck. In diesem Fall sagte der Erstautor Luis Salazar Manzano von der University of Michigan, dass die Menge an Deuterium im Verhältnis zu gewöhnlichem Wasserstoff in 3I/ATLAS höher sei als alles, was zuvor in anderen Planetensystemen und planetaren Kometen gesehen wurde, basierend auf dem vorliegenden Quellentext. Das macht den Kometen nicht nur als Besucher bedeutsam, sondern auch als bewahrtes Zeugnis der physikalischen Bedingungen in einem fernen Sternsystem.