Eine versteckte Verschmutzungsquelle

Wenn Umweltwissenschaftler die Verschmutzung von Süßwasser untersuchen, konzentrieren sie sich normalerweise auf landwirtschaftliche Auswaschung, Industrieemissionen und Abwasserüberläufe. Eine wachsende Reihe von Forschungen weist nun auf eine unerwartete zusätzliche Quelle hin: die Floh- und Zeckenbehandlungen, die routinemäßig auf Millionen von Haustieren angewendet werden. Neue Forschungen haben diese Verbindungen in ökologisch schädlichen Konzentrationen in Flüssen in Wales gefunden, was ein Bild verstärkt, das sich in Großbritannien und Teilen des europäischen Festlands abzeichnet.

Die Verbindungen von primärem Interesse sind imidacloprid und fipronil — beide neonicotinoid-Klasse-Insektizide, die intensiver behördlicher Überprüfung ihrer Auswirkungen auf Bestäuber unterliegen. Ihre Anwesenheit in Flüssen in messbaren Konzentrationen wurde bereits dokumentiert, aber die neuen Daten aus Wales deuten darauf hin, dass Niveaus ausreichend sind, um messbaren Schaden an aquatischen Wirbellosen zu verursachen, die die Grundlage von Süßwasser-Nahrungsnetzen bilden.

Wie Haustierpräparate in Gewässer gelangen

Der Weg vom Hals eines Hundes zu einem Fluss ist direkter als die meisten Haustierbesitzer erkennen. Spot-on-Flohbehandlungen — die kleinen Pipettenapplikationen, die unter Marken wie Advantage und Frontline verkauft werden — sind so ausgelegt, dass sie sich durch die Hautöl-Schicht des Tieres verteilen. Sie bleiben wochenlang im Fell. Wenn ein behandeltes Tier schwimmt, gebadet wird oder durch nasses Gras läuft, werden kleine Mengen der wirksamen Verbindung abgewaschen und gelangen schließlich in Entwässerungssysteme und Gewässer.

Studien haben geschätzt, dass eine einzelne Flohbehandlungsapplikation genug imidacloprid einführen kann, um ein großes Wasservolumen für aquatische Wirbellose toxisch zu machen. Skaliert man dies über die Zehner von Millionen behandelter Haustiere im UK jährlich, ist die Gesamtbelastung, die in Gewässer gelangt, erheblich. Im Gegensatz zur landwirtschaftlichen Anwendung derselben Verbindungen — die stark reguliert und in einigen Fällen in der EU verboten ist — gehören Haustierpräparate zu einer Regulierungskategorie, die vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhalten hat.