Das Universum könnte rauer sein, als Kosmologen angenommen haben

Seit etwa einem Jahrhundert stützt sich die moderne Kosmologie auf eine vereinfachende Annahme: Auf den größten Skalen ist das Universum ungefähr gleichmäßig und sieht in alle Richtungen ähnlich aus. Diese Idee steckt im Standardmodell FLRW, benannt nach Alexander Friedmann, Georges Lemaître, Howard Robertson und Arthur Geoffrey Walker. Nun legt laut einem New-Scientist-Bericht über drei aktuelle Preprints die Evidenz nahe, dass diese Annahme falsch sein könnte.

Falls sich diese Herausforderung bestätigt, wäre das keine Kleinigkeit. Nahezu alle kosmologischen Beobachtungen werden durch den FLRW-Rahmen interpretiert. Ein schwerer Fehler in diesem Fundament würde ein Umdenken darüber erzwingen, wie Entfernung, Expansion und Struktur im Kosmos modelliert werden.

Ein Test, der scheitern sollte, wenn das Standardmodell unvollständig ist

Das erste der drei Preprints von Timothy Clifton und Asta Heinesen schlägt einen neuen Test vor, um zu prüfen, ob das FLRW-Modell das Universum korrekt beschreibt. Die Idee ist im Prinzip elegant. Die Forscher bilden Kombinationen von Formeln für kosmische Entfernungen unter Verwendung von Supernova-Beobachtungen und Fluktuationen der Materiedichte. Diese Kombinationen sollten Null ergeben, wenn FLRW korrekt ist. Tun sie das nicht, würde das auf die Notwendigkeit eines anderen Modells hindeuten.

Die Bedeutung liegt nicht nur im Vorschlag eines neuen Tests, sondern auch im Kontext. Andere Tests wurden bereits vorgeschlagen, haben aber kein klares Signal geliefert, dass mit FLRW etwas nicht stimmt. Der Vorteil des neuen Ansatzes, so der Bericht, könnte darin liegen, dass er entscheidender ist.