Die älteste Debatte in der Klimapolitik

Seit Ökonomen in den 1990er Jahren erstmals vorschlugen, Kohlendioxidemissionen zu bepreisen, debattieren Politiker zwei Hauptansätze: eine CO2-Steuer, die Emittenten direkt für jede Tonne CO2, die sie freisetzen, berechnet, und Cap-and-Trade-Systeme, die ein absolutes Limit für Gesamtemissionen setzen und es Unternehmen ermöglichen, Genehmigungen innerhalb dieser Obergrenze zu kaufen und zu verkaufen. Beide schaffen finanzielle Anreize zur Emissionsreduktion, unterscheiden sich aber grundlegend darin, was sie garantieren.

Eine CO2-Steuer garantiert einen Preis, aber nicht ein Emissionsergebnis – das tatsächliche Volumen der Reduktionen hängt davon ab, wie Unternehmen auf das Kostensignal reagieren. Ein gut gestaltetes Cap-and-Trade-System garantiert dagegen, dass die Gesamtemissionen die Obergrenze nicht überschreiten, unabhängig davon, welcher Preis sich am Ende ergibt. Eine neue globale Studie hat nun den umfassendsten empirischen Vergleich bis heute geliefert, und die Ergebnisse sprechen für Handelssysteme.

Studiendesign und wichtigste Erkenntnisse

Die Forschung analysierte Kohlenstoffpreisrichtlinien in mehreren Ländern und Jurisdiktionen und verglich Emissionstrends an Orten, die Emissionshandel umsetzten, mit denen, die CO2-Steuern einführten, unter Kontrolle von wirtschaftlichen Bedingungen, Energiemix und anderen Variablen. Die Schlussfolgerung ist, dass Cap-and-Trade-Systeme in vergleichbaren Kontexten größere Emissionsreduktionen erbracht haben als CO2-Steuern.

Der Mechanismus hinter diesem Ergebnis ist etwas kontraintuitivisch. CO2-Steuern werden für ihre Einfachheit und Planungssicherheit gelobt – Unternehmen wissen genau, was sie pro Tonne zahlen werden. Aber Emissionshandel schafft eine grundlegend andere Anreizstruktur. Wenn eine Obergrenze verschärft wird, wird jede Genehmigung wertvoller und schafft starke Anreize, in kohlenstoffarme Technologien und betriebliche Veränderungen zu investieren. Der Genehmigungspreis bietet ein Echtzeitsignal der Grenzkosten für Emissionen – eines, das stark ansteigen kann, wenn die Obergrenze das Angebot begrenzt und Investitionssignale erzeugt, die eine stabile Steuer möglicherweise nicht produziert.