Eine neue Bedrohung erfordert eine koordinierte Reaktion
Autonome Unterwasserfahrzeuge — unbemannte U-Boote und Drohnenfahrzeuge, die über längere Zeit ohne menschliche Führung betrieben werden können — sind eine der schwierigsten Bedrohungen der modernen Seesicherheit geworden. Im Gegensatz zu Luftdrohnen, die durch Radar verfolgt und durch eine wachsende Reihe von Drohnen-Abwehrsystemen bekämpft werden können, operieren autonome Unterwasserfahrzeuge in einer Umgebung, die die häufigsten Erkennungstechnologien auf natürliche Weise beeinträchtigt. Die USA und Großbritannien haben nun ein formelles gemeinsames Programm angekündigt, das diese Verteidigungslücke schließen soll.
Die Initiative, die diese Woche gleichzeitig von der US-Marine und der Royal Navy angekündigt wurde, wird Forschungsteams, Verteidigungsunternehmer und Technologieentwickler aus beiden Ländern zusammenbringen, um die Arbeiten an Erkennungs-, Verfolgungs- und Neutralisierungssystemen für feindselige autonome Unterwasserfahrzeuge zu beschleunigen. Beamte beschrieben das Programm als direkte Reaktion auf Geheimdienstbewertungen, die darauf hindeuten, dass gegnerische Staaten ihre Unterwasserdrohenflotten dramatisch erweitert und neue Einsatzdoktrinen gegen NATO-Meeresunternehmungen getestet haben.
Warum Unterwasserdrohnen so schwer zu bekämpfen sind
Die Physik der Unterwasserumgebung macht die Drohnenbekämpfung besonders schwierig. Hochfrequenzsignale, die die Grundlage von Luftdrohnen-Erkennungssystemen bilden, können Meerwasser in keiner praktischen Tiefe durchdringen. Radar ist unter Wasser völlig unwirksam. Sogar aktives Sonar, das Hauptinstrument zur U-Boot-Erkennung, kann durch langsam bewegliche, lärmearme autonome Fahrzeuge besiegt werden, die so konstruiert sind, dass sie unterhalb der akustischen Schwelle typischer Sonarsysteme bleiben.
Passive Sonararrays — die Überwachungsnetzwerke, die Teil der Unterwasserüberwachungsinfrastruktur der NATO sind — wurden hauptsächlich entwickelt, um Vollgröße-U-Boote mit Kern- oder Dieselelektrik-Antrieb zu erkennen. Kleine autonome Unterwasserfahrzeuge mit Batteriestrom geben akustische Signaturen ab, die um viele Größenordnungen leiser sind und unter die Erkennungsschwelle von Legacy-Sonarinstallationen fallen.
Jüngste Zwischenfälle haben das Problem verdeutlicht. Marinebehörden aus Norwegen und Großbritannien haben mehrere Fälle von nicht identifizierten Unterwasserfahrzeugen dokumentiert, die in der Nähe kritischer Infrastruktur wie Seekabel und Offshore-Energieanlagen betrieben werden. Während die Zuordnung in offiziellen Stellungnahmen vorsichtig war, haben Geheimdienstbewertungen mehrere Zwischenfälle mit staatlich unterstützten Programmen verbunden.





