Ein Laser-Zwischenfall an der Grenze

Ein US-Militär-Lasersystem wurde verwendet, um eine Drohne der Customs and Border Protection abzuschießen, wie Gesetzgeber in einer kürzlich erfolgten Aussage vor dem Kongress offenbarten. Die Enthüllung hat dringende Fragen zur Interoperabilität zwischen militärischen Directed-Energy-Systemen und zivilen Regierungsflugzeugen, der Angemessenheit von Sicherheitsprotokollen für Laser-Waffentests im gemeinsamen Luftraum und den umfassenderen Auswirkungen der Stationierung hochleistungsstarker Laserplattformen in der Nähe der US-Grenze aufgeworfen.

Der Zwischenfall, der Berichten zufolge während dessen stattfand, was Militärbeamte als Test oder Demonstration von Directed-Energy-Luftverteidigungsfähigkeiten charakterisierten, führte zur Zerstörung einer CBP-Überwachungsdrohne im Wert von mehreren Millionen Dollar. Es gab keine Verletzten, und die CBP-Operationen in der Gegend wurden nicht wesentlich unterbrochen, aber die Natur des Friendly-Fire-Zwischenfalls hat Beamte in beiden Verteidigungs- und Homeland-Security-Gemeinden alarmiert.

Directed-Energy-Waffen: Der aktuelle Stand

Das US-Militär hat massiv in Directed-Energy-Waffen investiert — hauptsächlich hochenergetische Lasersysteme und Hochleistungs-Mikrowellensysteme — als kostengünstige Gegenmaßnahme zur Ausbreitung von Klein-Drohnen und Marineflugkörpern. Herkömmliche kinetische Abfangjäger wie Raketen kosten Zehntausende bis Hunderttausende von Dollar pro Schuss. Ein Laser-Engagement kann nach dem Systembau nur wenige Dollar an elektrischer Leistung pro Schuss kosten.

Mehrere Systeme sind jetzt betriebsbereit oder in fortgeschrittener Testphase. Das Laser Weapon System Demonstrator der Navy wurde auf Überwasserschiffen stationiert. Die Indirect Fire Protection Capability der Army mit hochenergetischen Laserkomponenten wird bei Einheiten eingeführt. Luftverteidigungs-Laser werden zur Bewertung für den Festplatzschutz von Basen und kritischer Infrastruktur getestet. Der Zwischenfall mit der CBP-Drohne scheint eines dieser bodengestützten Systeme zu betreffen.

Die Geschwindigkeit der Directed-Energy-Waffen-Entwicklung hat in mancher Hinsicht die Entwicklung von Betriebsprotokollen, Freund-Feind-Erkennungssystemen und Luftraumdekonfliktionsverfahren übertroffen, die Unfälle mit befreundeten Luftfahrzeugen verhindern würden. Ein Lasersystem, das entwickelt wurde, um autonome klein flugzeugziele automatisch zu verfolgen und anzugreifen, kann nicht immer zwischen einer feindseligenen kommerziellen Drohne und einer staatlichen Überwachungsplattform unterscheiden.

Die behördenübergreifende Koordinationslücke

Der CBP-Drohnen-Zwischenfall verdeutlicht ein wiederkehrendes Problem in der US-Nationalen Sicherheit: die Verbreitung fortschrittlicher Technologie über mehrere Behörden hinweg ohne angemessene Koordinationsmechanismen. Das Militär agiert unter seinen eigenen Befehls- und Luftraummanagementsystemen. CBP operiert unter dem Department of Homeland Security. Die FAA verwaltet den zivilen Luftraum. Wenn ein militärisches System in der Nähe von CBP-Betriebsbereichen getestet wird, ist die Koordination zwischen diesen Systemen nicht immer nahtlos.

Gesetzgeber, die den Zwischenfall offenbart haben, haben eine umfassende Überprüfung der Luftraumdekonfliktionsprotokolle für Directed-Energy-Waffentests, eine obligatorische vorherige Benachrichtigung relevanter Behörden beim Betrieb von Lasersystemen in der Nähe von zivilen oder staatlichen Luftfahrzeugen sowie eine Aufrechnung aller Vorfälle, in denen militärische Directed-Energy-Systeme im inländischen Luftraum in den letzten fünf Jahren aktiviert wurden, gefordert.

Was Dies für Die Drohnenabwehr Bedeutet

Der Zwischenfall fällt auch in die Mitte einer laufenden politischen Debatte darüber, wie man die Drohnbedrohung an der südlichen Grenze der USA angehen kann. CBP hat seine Nutzung von Luftüberwachungsdrohnen in den letzten Jahren erheblich ausgebaut, und gleichzeitig haben kriminelle Organisationen Drohnen für Überwachung, Schmuggel und gelegentlich aggressivere Aktivitäten eingesetzt. Das Militär wurde damit beauftragt, bei der Entwicklung von Gegendrohnen-Fähigkeiten für Grenzbehörden zu helfen.

Die Ironie eines militärischen Gegendrohnen-Systems, das eine CBP-Überwachungsdrohne abschießt, entgeht den Verteidigungsbeobachtern nicht. Sie verweist auf die Komplexität der Bereitstellung dieser Systeme in einer Umgebung, in der der Luftraum mit Drohnen mehrerer Behörden gefüllt ist, die verwandte aber nicht immer koordinierte Missionen verfolgen. Die richtigen Einsatzregeln zu definieren — wirksame Gegendrohnen-Maßnahmen gegen echte Bedrohungen zu ermöglichen, während befreundete Vermögenswerte geschützt werden — ist eine der zentralen operativen Herausforderungen des Directed-Energy-Zeitalters.

Dieser Artikel basiert auf Berichten von C4ISRNET. Lesen Sie den Original-Artikel.