Ein lang erwarteter Erstflug
Die MQ-25A Stingray der US Navy hat ihren ersten erfolgreichen Testflug absolviert und damit einen wichtigen Meilenstein im militärischen Vorhaben gesetzt, einsatzfähige unbemannte Flugzeuge in die Trägerluftfahrt zu integrieren. Das Flugzeug startete von Boeings Anlage am MidAmerica Airport in Mascoutah, Illinois, flog etwa zwei Stunden lang und validierte zentrale Elemente der grundlegenden Flugsteuerung, der Triebwerksleistung und der Handhabung.
Allein das würde die Veranstaltung bemerkenswert machen. Doch die Bedeutung der Stingray geht weiter. Das Flugzeug ist als Luftbetankungstanker konzipiert und soll eine Aufgabe übernehmen, die derzeit von den F/A-18 Super Hornets der Navy erfüllt wird. Indem die Navy diese Aufgabe auf ein unbemanntes System verlagert, will sie bemannte Kampfjets für Angriffs- und Mehrzweckmissionen freisetzen und zugleich die Reichweite des Trägerluftgeschwaders erweitern.
Warum Betankung wichtiger ist, als sie klingt
Luftbetankung hat vielleicht nicht den Glamour einer getarnten Angriffsplattform, ist aber zentral für die Effektivität eines Flugzeugträgers. Wenn Frontkampfflugzeuge als Tanker eingesetzt werden, stehen sie für ihre primären Kampfrollen nicht zur Verfügung. Die MQ-25A ist daher nicht bloß eine zusätzliche Drohne. Sie ist eine Anpassung der Streitkräftestruktur, die darauf ausgelegt ist, die Zuteilung der wertvollsten bemannten Mittel des Trägerluftgeschwaders zu verbessern.
Rear Adm. Tony Rossi beschrieb das Flugzeug als den ersten Schritt, um unbemannte Luftbetankung auf das Flugdeck zu integrieren. Diese Einordnung ist wichtig, weil sie die Stingray nicht als isolierte Neuheit darstellt, sondern als Auftakt zu einer breiteren Veränderung der Marinefliegerei.





