Ein Tiltrotor-Konzept mit Biss

Bell hat ein neues Konzept für einen Tiltrotor der nächsten Generation für das Marine Corps vorgestellt, bewaffnet mit Marschflugkörpern und anderer Munition, wie aus dem von The War Zone bereitgestellten Ausgangstext hervorgeht. Das Design basiert auf dem, was inzwischen MV-75A Cheyenne II genannt wird und für das US-Heer entwickelt wird, und es erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das Marine Corps sagt, dass bei der Frage nach Ersatz für seine Hubschrauber AH-1Z Viper und UH-1Y Venom „alles auf dem Tisch“ liegt.

Das Konzept ist in seiner vorgesehenen Rolle nicht gerade zurückhaltend. Ein Modell, das auf der Modern Day Marine-Konferenz in Washington, D.C. gezeigt wurde, ist für das Marine Light Attack Helicopter Squadron 267 lackiert, eine Einheit, die heute mit der aktuellen Mischung aus Angriffs- und bewaffneten Mehrzweckhubschraubern des Korps verbunden ist. Doch der sichtbare Punkt ist nicht die Lackierung. Es ist die Nutzlast.

Flugkörper, Stummelflügel und ein neues Einsatzspektrum

Das auffälligste im Ausgangstext beschriebene Merkmal ist die Bewaffnung des Flugzeugs. Das Modell trägt zwei Stummelflügel mit Pylonen, die hoch am vorderen Rumpf zwischen dem Hauptflügel und dem Cockpit angebracht sind. Auf der linken Seite sitzt ein Naval Strike Missile, ein getarnter Anti-Schiffs-Marschflugkörper mit sekundärer Fähigkeit zum Angriff auf Landziele. Auf der rechten Seite befindet sich ein Paar kleinerer Flugkörper, die die künftige Precision Attack Strike Munition-Fähigkeit des Marine Corps widerspiegeln sollen, eine Version von L3Harris’ Red Wolf.

Diese Kombination ist wichtig, weil sie darauf hindeutet, dass Bell nicht einfach ein vom Transport abgeleitetes Fluggerät mit Zusatzbewaffnung vorschlägt. Es präsentiert ein Konzept, das auf die breitere Verlagerung des Marine Corps hin zu verteilten Operationen, Vorneinsatzkräften und maritimer Zielbekämpfung abgestimmt ist. Ein Tiltrotor mit Geschwindigkeit, Reichweite und Flugkörperlast wirkt dann weniger wie ein konventioneller Hubschrauberersatz und mehr wie ein flexibler Knoten in einem umkämpften Küstenkampf.

Das Marine Corps setzt den Naval Strike Missile bereits in einer bodengestützten Konfiguration ein, wie der Ausgangstext anmerkt. Solche Waffen auf ein Luftfahrzeugkonzept zu übertragen, erweitert die Debatte vom Plattformersatz hin zur Operationsarchitektur. Die Frage ist dann nicht nur, was Viper und Venom ablöst, sondern wie die künftige Marinefliegerei zu Seeverweigerung, expeditionärem Schlag und Überlebensfähigkeit in einem stärker verteidigten Gefechtsraum beiträgt.