Ein Jubiläumsjet hebt ab

Eine F-15E Strike Eagle der US Air Force, die zum 40. Jahrestag der Operation Eldorado Canyon lackiert wurde, hat offenbar ihren ersten dokumentierten Flug in diesem Sonderanstrich absolviert. Die Maschine, die dem 48th Fighter Wing auf RAF Lakenheath zugeordnet ist, wurde beim Flug durch den Mach Loop in Wales fotografiert, während sie acht inerte lasergelenkte GBU-12-Bomben mitführte und damit einen ansonsten routinemäßigen Trainingsflug in einen weithin sichtbaren Akt institutionellen Gedenkens verwandelte.

Die Maschine mit der Seriennummer 91-0311 war bereits am 28. April auf RAF Lakenheath enthüllt worden. Doch ihr Flug durch die berühmten Tiefflugrouten in Nordwales verlieh dem Anstrich ein breiteres öffentliches Debüt und verband die Symbolik des Jets mit der Art taktischen Fliegens, die seit langem mit dem Strike-Einsatz verbunden ist. Für Luftfahrtbeobachter ist dieser erste Auftritt in der Luft wichtig: Gedenklackierungen sind dazu gedacht, gesehen zu werden, und diese hier wurde geschaffen, um die heutige Strike-Eagle-Truppe mit einer der am genauesten beobachteten Missionen in der Geschichte des 48th Fighter Wing zu verbinden.

Ein moderner Jäger trägt die visuelle Erinnerung an die F-111F

Der Anstrich erinnert bewusst an die F-111F Aardvark, die von demselben Verband während des US-Angriffs auf Libyen 1986 geflogen wurde. Statt des standardmäßigen Strike-Eagle-Finishes trägt der Jet ein Tarnmuster in zwei Grüntönen und Sandfarben sowie die originale Kennung des 494th Tactical Fighter Squadron und einen roten Bandstreifen am Leitwerk. Auf den Heckflossen stehen außerdem die Worte “40 years Eldorado Canyon”, das Panther-Emblem des 494th, die Silhouette einer F-111 und das Freiheitsstatue-Abzeichen des 48th wing.

Das Ergebnis ist weniger ein dekoratives Update als vielmehr eine bewusst gesetzte visuelle Brücke über Epochen hinweg. Die US Air Force nutzt Traditionsmarkierungen häufig, um die Kontinuität zwischen heutigen Einheiten und früheren Kampfeinsätzen zu betonen, doch diese Maschine geht weiter, indem sie die Strike Eagle zu einer rollenden Gedenkstätte für eine konkrete Mission und einen konkreten Vorgängertyp macht. Selbst die Entscheidung, das Radom der Nase im standardmäßigen Grau zu belassen, unterstreicht, dass es sich weiterhin um eine einsatzbereite F-15E handelt und nicht um ein Museumsstück.