Die Luftwaffe wechselt von Prototypprogrammen zu geplanten Flottenkäufen
Der Haushaltsantrag der US-Luftwaffe für das Fiskaljahr 2027 markiert einen Wendepunkt für Collaborative Combat Aircraft, kurz CCA. Zum ersten Mal beantragt die Teilstreitkraft Beschaffungsmittel und nicht nur Forschungsgelder für die halbautonomen Flugzeuge, die sie an der Seite bemannter Kampfjets einsetzen will.
Der Antrag umfasst 996,5 Millionen US-Dollar, um mit dem Kauf von Flugzeugen des Inkrements 1 zu beginnen, plus weitere 150 Millionen US-Dollar als Vorabbeschaffung für das Fiskaljahr 2028. Zusammen mit rund 1,37 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung beläuft sich der Gesamtantrag für das Programm auf etwa 2,37 Milliarden US-Dollar. Damit ist CCA mehr als nur eine Konzeptdemonstration. Es wird zu einem echten Beschaffungsprogramm mit industriellen, stationierungsbezogenen, Ausbildungs- und streitkräftestrukturellen Folgen.
Warum die Haushaltszeile wichtig ist
Verteidigungsprogramme verbringen oft Jahre in der Erprobung, ohne jemals in die Beschaffungstitel einzutreten, die langfristige Flottenentscheidungen prägen. Die neue CCA-Zeile ist anders. Sie ist das bislang klarste Signal dafür, dass die Luftwaffe davon ausgeht, dass diese Flugzeuge ein dauerhafter Bestandteil künftiger Kampffliegerei werden.
Das ist wichtig, weil CCA ein konkretes operatives Problem lösen soll: Bemannte Kampfjets allein sind teuer, begrenzt und zu wenige, um in einem Hochintensitätskonflikt gegen einen ebenbürtigen Gegner die nötige Masse zu erzeugen. Die Antwort der Luftwaffe lautet, menschliche Piloten mit strahlgetriebenen, halbautonomen Flugzeugen zu kombinieren, die Risiko übernehmen, Sensoren oder Waffen tragen und die Reichweite bemannter Formationen erweitern können.
In diesem Modell bleibt der Pilot in einer F-35, F-22 oder zukünftigen F-47 der Missionskommandant, während die unbemannten Flugzeuge Navigation, Manöver, Sensorfusion und Waffeneinsatz mit bordeigener Autonomie übernehmen.




