Tomosynthese zeigte Vorteil bei früherer Erkennung
In der TOSYMA-Screeningstudie entdeckte die digitale Brusttomosynthese häufiger invasive Brustkrebserkrankungen als die herkömmliche digitale Mammografie. Eine Folgeanalyse ergab weniger invasive Krebsdiagnosen im ersten Jahr nach einem unauffälligen Ergebnis.
Die von Teams der Universität Münster und des Universitätsklinikums Münster geleitete Untersuchung prüfte, ob die zuvor berichtete höhere Erkennungsrate einen klinisch bedeutsamen Unterschied bewirkte. Die neuesten Ergebnisse wurden in The Lancet Oncology veröffentlicht.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland; jährlich gibt es etwa 75.000 neue Fälle. Screening soll Tumoren vor dem Auftreten von Symptomen erkennen. Ein unauffälliges Ergebnis schließt jedoch eine Diagnose vor der nächsten Untersuchung nicht aus.
Solche Diagnosen werden Intervallkarzinome genannt. Da sie zwischen Routineuntersuchungen auftreten, sind sie ein wichtiger Maßstab dafür, wie gut eine Methode Erkrankungen früh erkennt.
Was die TOSYMA-Analysen ergaben
Die erste, 2022 veröffentlichte Analyse fand 7,1 invasive Brustkrebserkrankungen pro 1.000 untersuchte Frauen mit Tomosynthese gegenüber 4,8 pro 1.000 mit digitaler Mammografie.
Damit wurde gezeigt, dass die Tomosynthese beim Screening mehr invasive Tumoren findet. Ob sie spätere Ergebnisse verbessert, ließ sich daraus allein jedoch nicht ableiten. Dafür sind Verlaufsdaten nötig.
Die neue TOSYMA-2-Analyse verglich invasive Intervallkarzinome. Im ersten Jahr nach einem unauffälligen Ergebnis lag die Rate invasiver Diagnosen in der Tomosynthesegruppe um 29 Prozent niedriger als in der Mammografiegruppe.
Die Forschenden berichteten, dass in der Tomosynthesegruppe 4,5 von 10.000 Frauen im ersten Jahr nach einem unauffälligen Ergebnis invasiv erkrankten. Sie schätzen, dass die Methode etwa ein Viertel der Intervallkarzinome verhindern könnte, die innerhalb von zwei Jahren nach einer digitalen Mammografie auftreten.
Warum die Bildgebung einen Unterschied machen kann
Die digitale Brusttomosynthese nutzt mehrere niedrig dosierte Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln und rekonstruiert daraus bis zu einen Millimeter dünne Querschnittsbilder der Brust.

Der wesentliche praktische Unterschied besteht darin, dass die Methode Überlagerungen von Gewebe verringern kann. In zweidimensionalen Bildern können Strukturen übereinanderliegen und Hinweise verdecken. Schnittbilder können Auffälligkeiten rund um einen frühen Tumor besser erkennbar machen.
Die Ergebnisse entsprechen dieser Erklärung: Beim Screening wurden mehr invasive Tumoren erkannt, während im ersten Jahr nach einem unauffälligen Ergebnis weniger invasive Krebsfälle diagnostiziert wurden. Das bedeutet nicht, dass die Tomosynthese Intervallkarzinome beseitigt oder jeder zusätzlich entdeckte Krebs für alle Patientinnen denselben Ausgang hat. Sie liefert jedoch Verlaufsdaten über einen einfachen Vergleich der Erkennungsraten hinaus.
Warum Intervallkarzinome wichtig sind
Intervallkarzinome sind laut den Forschenden häufig aggressiver und haben eine schlechtere Prognose als durch Screening entdeckte Tumoren. Eine niedrigere Rate nach einer unauffälligen Untersuchung kann daher darauf hindeuten, dass eine Methode Tumoren besser erkennt, die sonst übersehen worden wären.
Für Screeningprogramme zählt nicht nur, welche Technik mehr Befunde erzeugt. Entscheidend ist, ob eine andere Bildgebung das Muster der Krebsdiagnosen verändert, nachdem die Untersuchung als normal bewertet wurde. TOSYMA-2 wurde genau dafür entwickelt.
Die Studie stärkt das Argument, Tomosynthese in organisierten Brustkrebs-Screenings zu prüfen. Eine Änderung eines nationalen Programms müsste jedoch Umsetzung, Kapazitäten, Nachsorge und das Verhältnis von Nutzen und möglichen Schäden bewerten.
Wie es weitergeht
Die neue Analyse liefert ein klareres Maß für die klinische Wirksamkeit als der frühere reine Erkennungsvergleich. Sie verbindet Tomosynthese-Screening mit einer niedrigeren Rate invasiver Intervallkarzinome im ersten Jahr nach einem unauffälligen Ergebnis.
Die wichtigsten Zahlen sind 7,1 gegenüber 4,8 invasiven Krebsfällen pro 1.000 Untersuchungen in der früheren Analyse sowie eine um 29 Prozent niedrigere Rate invasiver Diagnosen im ersten Jahr in der Tomosynthesegruppe. Zusammen deuten sie darauf hin, dass zusätzliche Bilder Tumoren sichtbar machen können, die sonst von überlagerndem Gewebe verborgen bleiben.
Vorerst handelt es sich um Ergebnisse der TOSYMA-Studie und nicht um eine allgemeine Garantie für individuelle Screeningverläufe. Sie geben Gesundheitssystemen jedoch eine umfassendere Grundlage für die Bewertung der Tomosynthese im Routine-Screening.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Medical Xpress. Originalartikel lesen.
Originally published on medicalxpress.com






