Eine Preisregel mit globaler Reichweite

Bemühungen der Trump-Administration zur Einführung der MFN-Arzneimittelpreisgestaltung - eine Politik, die festlegen würde, was US-Bundesprogramme für bestimmte Arzneimittel zahlen, an den niedrigsten Preis, der von einer vergleichbaren Industrienation gezahlt wird - haben Rechts- und Finanzteams von Biopharmaunternehmen zu intensiver Szenarioplanung veranlasst. Anwälte, die mit großen Pharmaunternehmen zusammenarbeiten, haben bestätigt, dass Mandanten ihre internationalen Lizenzstrukturen aktiv neu gestalten, um die der potenziellen MFN-Anpassungen ausgesetzte Oberfläche zu verringern.

MFN-Preisgestaltung ist konzeptionell einfach: Wenn Frankreich ein Arzneimittel erheblich günstiger bezahlt als die USA, würde MFN erfordern, dass der US-Preis auf diesen niedrigeren Preis abgeglichen wird. Die Attraktivität dieser Politik für amerikanische Patienten und Zahler ist offensichtlich. Die Implementierungsmechanismen sind äußerst komplex, da die in anderen Ländern gezahlten Preise oft das Ergebnis vertraulicher Verhandlungen und Rabattvereinbarungen sind, die Angebotspreise zu einer unvollständigen Darstellung tatsächlicher Nettokosten machen.

Die Reaktion der Lizenzstruktur

Die ausgefeilte Reaktion der Industrie beinhaltet die Umstrukturierung, wie Arzneimittel an Tochterunternehmen und Partner auf internationalen Märkten lizenziert werden. In vielen Biopharmagesch-Modellen lizenziert ein Mutterunternehmen geistiges Eigentum gegen Lizenzgebühren oder Meilensteinzahlungen an regionale Tochterunternehmen oder Partnerunternehmen. Die Bedingungen dieser Lizenzvereinbarungen beeinflussen, wie Einnahmen erfasst werden, welche Preise in behördlichen Unterlagen offengelegt werden, und letztendlich worauf sich MFN-Berechnungen bei Preisvergleichen zwischen Ländern beziehen würden.

Durch die Anpassung der Struktur internationaler Lizenzvereinbarungen - über Mechanismen wie abgestufte Lizenzgebührensätze, geänderte Meilensteinzahlungspläne oder Umstrukturierung der Wertverteilung zwischen Marken- und Generika-Partnern - können Unternehmen die Preistransparenz verringern, auf die MFN-Berechnungen angewiesen sind. Ziel ist es nicht unbedingt, faire Preise zu vermeiden, sondern sicherzustellen, dass vertrauliche Geschäftsbedingungen in einem Markt nicht versehentlich verwendet werden, um verbindliche Preiskappen in einem anderen Markt zu setzen.