Ein neuer Ansatz für gewerbliche Kühlung wird in der Praxis erprobt

Amazon hat einen sechsmonatigen Feldversuch mit einem von dem US-Start-up Transaera entwickelten Dach-Wärmepumpensystem abgeschlossen und die Technologie an einer seiner Logistikstätten getestet. Das System ist ein Dedicated Outdoor Air System, kurz DOAS, das dafür ausgelegt ist, die Außenluft für die Lüftung getrennt von der Haupt-Heiz- und Kälteanlage eines Gebäudes zu behandeln und dabei Kühlung, Heizung und Entfeuchtung in einer vollelektrischen Plattform zu vereinen.

Besonders bemerkenswert ist die Entfeuchtungsmethode. Statt sich nur auf herkömmliche HVAC-Ansätze zu verlassen, nutzt das Gerät metallorganische Gerüstmaterialien, kurz MOF, um der einströmenden Außenluft vor dem Kühlprozess Feuchtigkeit zu entziehen. Dieser Ansatz zielt auf einen der energieintensivsten Teile der Klimatisierung in feuchten Umgebungen: die effiziente Bewältigung latenter Wärmelasten.

Warum Entfeuchtung wichtig ist

In vielen Gewerbegebäuden, insbesondere in großen Logistik- oder Industrieflächen, geht es bei den Kosten für die Aufbereitung der Außenluft nicht nur darum, die Temperatur zu senken. Die Feuchtigkeitskontrolle kann eine erhebliche Energielast darstellen, und herkömmliche Systeme lösen das oft mit Verfahren, die die Komplexität erhöhen oder eine gasbetriebene Nachheizung erfordern. Transaera sagt, sein System vermeide das, indem Entfeuchtung, Kühlung und Heizung in eine vollelektrische Wärmepumpenarchitektur integriert werden.

Das ist wichtig, weil Strategien zur Elektrifizierung von Gebäuden auf ein praktisches Problem stoßen: Fossile Systeme zu ersetzen ist auf dem Papier einfacher als in Klimazonen, in denen Feuchtigkeit schwierige Betriebsbedingungen schafft. Wenn Feuchtigkeit effizienter vorgelagert entfernt werden kann, könnte der gesamte Kühlprozess wirtschaftlicher und leichter zu dekarbonisieren sein.