Eine technische Regeländerung mit weitreichenden Folgen
Bundesvorschriften zur Fleischverarbeitung ziehen selten dauerhaft öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, doch die jüngsten Vorschläge des US-Landwirtschaftsministeriums tun genau das. Die Behörde strebt Änderungen an, die die Höchstgeschwindigkeit in Geflügelschlachtlinien erhöhen und die Obergrenze in der Schweineschlachtung vollständig abschaffen würden. Damit wird ein langjähriger Streit darüber neu entfacht, wie weit die industrielle Fleischproduktion im Namen der Effizienz getrieben werden kann.
Die Vorschläge wurden erstmals im Februar angekündigt, und die Frist für öffentliche Stellungnahmen ist inzwischen abgelaufen. Befürworter innerhalb der Regierung stellten die Änderungen als Mittel dar, Produktionskosten zu senken, die Stabilität des Systems zu verbessern und Lebensmittel erschwinglich zu halten. Kritiker sehen etwas anderes: einen Versuch, einen der körperlich belastendsten Teile der Lebensmittelwirtschaft zu beschleunigen und dabei mehr Risiko auf Arbeiter, Gemeinden und Verbraucher abzuwälzen.
Was das USDA ändern will
Nach dem Vorschlag würden sich Geflügelschlachtlinien schneller bewegen, wobei die Grenze für Hühner von 140 Tieren pro Minute auf 175 und für Puten von 55 auf 60 angehoben würde. Für die Schweineschlachtung schlägt das USDA vor, überhaupt keine Geschwindigkeitsobergrenze festzulegen.
Auf dem Papier mögen das betriebliche Anpassungen sein. In der Praxis beeinflussen sie das Arbeitstempo in Anlagen, in denen die Arbeit bereits repetitiv, gefährlich und eng getaktet ist. Der Beginn der Linie umfasst oft den Umgang mit lebenden Tieren unter schwierigen Bedingungen. In den späteren Stufen müssen Beschäftigte dieselben Schnitte immer wieder mit Messern ausführen, Schulter an Schulter. Schnellere Linien bedeuten nicht nur mehr Output. Sie bedeuten weniger Erholungszeit, engere Fehlermargen und größere Belastung für Körper, die bereits einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sind.


