Zwei Augen auf dem Ringgiganten
Die NASA hat die detaillierteste Composite-Ansicht des Saturn veröffentlicht, die jemals zusammengestellt wurde und durch Kombination von Beobachtungen zweier der mächtigsten Weltraumteleskope der Menschheit erzeugt wurde — das James Webb Space Telescope und das Hubble Space Telescope. Durch das Abbilden des Saturn in komplementären Lichtwellenlängen im Abstand von 14 Wochen haben die beiden Observatorien gemeinsam ein Porträt des Planeten erzeugt, das sich von tiefen Wolkenschichten bis zu den obersten Bereichen seiner Atmosphäre erstreckt und strukturelle Merkmale offenbart, die kein einzelnes Teleskop allein erfassen könnte.
Die Hubble-Beobachtung wurde am 22. August 2024 in sichtbarem Licht durchgeführt. Webbs Beobachtung, die am 29. November 2024 im Infrarotbereich durchgeführt wurde, erfasste ein völlig anderes Bild desselben Planeten — eines, in dem die Ringe in eisigem Weiß leuchten, die Pole eine charakteristische graugrüne Färbung annehmen, und atmosphärische Merkmale, die in optischen Wellenlängen unsichtbar sind, hervortreten. Die Kombination der beiden Datensätze ermöglicht es Wissenschaftlern, Saturns Atmosphäre effektiv in mehreren Höhen gleichzeitig zu durchschneiden, was NASA-Forscher als das Schälen der Schichten einer Zwiebel beschreiben.
Die Ribbon-Welle und das Hexagon
Zu den in der kombinierten Bildgebung sichtbar gewordenen Merkmalen gehört Saturns Ribbon-Welle, ein langlebiger Jet Stream, der sich über die nördlichen Mittelbreiten des Planeten schlängelt. Der gewundene Weg der Welle wird durch atmosphärische Störungen im Fluss stratosphärischer Gase geformt, die ohne die höhenspezifische Empfindlichkeit, die Infrarotbeobachtungen bieten, unsichtbar wären. Die Ribbon-Welle wurde zunächst von den Voyager-Missionen in den frühen 1980er Jahren beobachtet, wurde aber nie mit diesem Detaillierungsgrad charakterisiert.
Ebenfalls in beiden Bildern sichtbar sind Teile von Saturns ikonischem Nordpolhexagon — ein massives, sechsseitiges Jet-Stream-Muster, das sich für Jahrzehnte und möglicherweise länger um Saturns Nordpol auswirkt. Die spitzen Kanten des Hexagons sind im neuen Composite schwach erkennbar, und der Vergleich zwischen den Infrarot- und Sichtlichtansichten bietet neue Informationen darüber, wie sich die hexagonale Struktur zu atmosphärischen Schichten in verschiedenen Höhen verhält. Voyager 1 dokumentierte das Hexagon 1981 erstmals; nachfolgende Missionen, einschließlich Cassinis 13-jähriger Orbitalvermessung, die 2017 endete, charakterisierten es mit zunehmender Detaillierung, und die Webb-Hubble-Kombination erweitert diesen Datensatz noch weiter.





