SpaceX soll seine Mitflugmission Bandwagon-5 von der Cape Canaveral Space Force Station starten. An Bord befinden sich die unbemannte Starfall-Wiedereintrittskapsel des Unternehmens sowie 31 weitere Nutzlasten von Kunden. Der Start ist vom Space Launch Complex 40 während eines einstündigen Zeitfensters geplant, das um 6:30 Uhr EDT beziehungsweise 1030 UTC beginnt.

Es wäre der zweite Start von Starfall. SpaceX startete die Kapsel erstmals im Juni, veröffentlichte davor jedoch nur wenige Informationen und erklärte während der Startübertragung nicht, wann das Raumfahrzeug ausgesetzt werden sollte. Ihre Rückkehr auf einer Mitflugmission mit mehreren Kunden macht die Kapsel zu einer der am stärksten beobachteten Nutzlasten in einem ohnehin dicht gefüllten Falcon-9-Manifest.

Eine Mitflugmission mit 32 Nutzlasten

Bandwagon-5 transportiert insgesamt 32 Nutzlasten. Zwanzig der 31 Nutzlasten neben Starfall wurden von Exolaunch, einem multinationalen Missionsmanagement-Unternehmen, in das Manifest aufgenommen. Das veröffentlichte Manifest umfasst vier Satelliten zur Überwachung von Funkfrequenzen für HawkEye 360 aus Virginia, vier Kommunikationssatelliten für das finnische Mikrosatellitenunternehmen Iceye und sechs Navigationssatelliten für Xona Space Systems aus Kalifornien.

Diese Kombination verdeutlicht die Rolle von Mitflugmissionen, bei denen mehrere kleine Raumfahrzeuge mit einem einzigen Start in die Umlaufbahn gebracht werden. Statt dass jeder Kunde eine eigene Rakete benötigt, bündeln Missionen wie Bandwagon Raumfahrzeuge mit unterschiedlichen Funktionen und Betreibern in einer gemeinsamen Startkampagne. Die für diese Mission beschriebenen Nutzlasten dienen der Funkfrequenzüberwachung, Kommunikation und Navigation.

Künstlerische Darstellung der Starfall-Kapsel von SpaceX beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Grafik: SpaceX
Künstlerische Darstellung der Starfall-Kapsel von SpaceX beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Grafik: SpaceX

SpaceX teilte mit, dass die Falcon 9 nach dem Verlassen der Startplattform auf einer südöstlichen Flugbahn fliegen werde. Das Unternehmen will den Booster B1085 einsetzen, der seinen 19. Flug absolvieren soll. Zu seinen früheren Missionen gehören NASA Crew-9, Fram2, Firefly Blue Ghost Mission 1, RRT-1, SXM-10, SXM-11, MTG-S1, EchoStar25 und 10 Chargen von Starlink-Satelliten.

Bedingungen für die Bergung bleiben ein Faktor

Knapp neun Minuten nach dem Start soll B1085 voraussichtlich auf dem Drohnenschiff A Shortfall of Gravitas landen. Bei Erfolg wäre dies die 167. Landung des Schiffs und die 672. Landung eines Falcon-Boosters insgesamt, heißt es im Bericht vor dem Start.

Das Wetter könnte den Plan erschweren. Das 45th Weather Squadron prognostizierte während des Startfensters eine Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent für akzeptable Bedingungen. Eine Kaltfront über Südflorida sollte beim Start böige Winde bringen, die sich den Startgrenzwerten näherten. Die Meteorologen stellten außerdem ein mittleres bis hohes Risiko fest, dass die Bedingungen am Bergungsort des Boosters nicht geeignet sein würden.

Bei anhaltender Strömung vom Meer zum Land waren gelegentliche Küstenschauer möglich. Die Startwetterbeobachter beschrieben die Schauer als im Allgemeinen flach und mit niedrigen Wolkenobergrenzen; zusätzlich bestand ein geringeres Risiko durch die Kumuluswolkenregel. Diese Bedingungen bedeuten nicht, dass eine Absage sicher ist, lassen für den ersten Versuch aber einen vergleichsweise kleinen Spielraum.

Die W-7-Wiedereintrittskapsel von Varda Space Industries ist vor dem Start der SpaceX-Bandwagon-5-Mission in einem Reinraum zu sehen. Die Kapsel wird ein Experiment mit dem Krebsmedikament Protac durchführen. Bild: Varda Space Industries
Die W-7-Wiedereintrittskapsel von Varda Space Industries ist vor dem Start der SpaceX-Bandwagon-5-Mission in einem Reinraum zu sehen. Die Kapsel wird ein Experiment mit dem Krebsmedikament Protac durchführen. Bild: Varda Space Industries

Warum Starfall heraussticht

Der Start ist weniger wegen der Zahl der Satelliten bemerkenswert als wegen der Rückkehr von Starfall. SpaceX hält die Details zur Kapsel bislang weitgehend unter Verschluss. Bei ihrem ersten Flug stellte das Unternehmen das Raumfahrzeug erst kurz vor dem Start vor und veröffentlichte eine Darstellung, ohne während der Übertragung den Zeitpunkt der Aussetzung zu nennen.

Die Missionsbeschreibung bezeichnet Starfall als unbemannte Wiedereintrittskapsel. Wiedereintrittshardware unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Satelliten, weil sie dafür ausgelegt ist, durch die Erdatmosphäre zurückzukehren. Dadurch werden Hitzeschutz, Bergungsabläufe und die Steuerung der Rückflugbahn zu zentralen Fragen. Die vor dem Start bereitgestellten Informationen enthalten weder eine detaillierte technische Beschreibung der Kapsel noch ein genanntes Ziel für diesen zweiten Flug.

Der Mangel an Details macht den geplanten Start als Fortsetzung eines Programms bedeutsam, das SpaceX öffentlich bestätigt, aber nicht vollständig erklärt hat. Ein erfolgreicher Abflug von Cape Canaveral würde die Kapsel auf ihren zweiten bekannten Flug bringen und zugleich eine vielfältige Gruppe kommerzieller Nutzlasten aussetzen.

Worauf zu achten ist

  • Startfenster: Beginn um 6:30 Uhr EDT vom Space Launch Complex 40.
  • Nutzlasten: insgesamt 32, einschließlich Starfall.
  • Booster: Falcon-9-Erststufe B1085 bei ihrem geplanten 19. Flug.
  • Bergung: geplante Landung auf einem Drohnenschiff etwa neun Minuten nach dem Start.
  • Wetter: 55 Prozent Wahrscheinlichkeit für akzeptable Bedingungen, mit Risiken durch Wind und am Bergungsort.

Zum Zeitpunkt des Berichts vor dem Start war Bandwagon-5 weiterhin eine geplante und keine abgeschlossene Mission. Das Ergebnis hängt von der abschließenden Wetterbewertung, den Countdown-Abläufen und den Bedingungen für die Bergung auf See ab. Wenn der Start stattfindet, verbindet die Mission eine umfangreiche kommerzielle Mitflugaussetzung mit einem weiteren Test der weiterhin nur spärlich beschriebenen Starfall-Kapsel von SpaceX.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Spaceflight Now. Originalartikel lesen.

Originally published on spaceflightnow.com