Die Menschheit Kehrt zum Mond Zurück — Mit einer Besatzung

Zum ersten Mal seit Dezember 1972 sind Menschen im Begriff, zum Mond zu reisen. Die NASA hat bestätigt, dass Artemis II — die erste bemannte Mission des Artemis-Programms der Agentur — nicht vor dem 1. April 2026 zum Start vorgesehen ist. Das zweistündige Startfenster öffnet sich um 18:24 Uhr EDT vom Kennedy Space Center in Florida, mit zusätzlichen Möglichkeiten bis zum 6. April, wenn Wetter- oder technische Bedingungen eine Verzögerung erfordern.

Die Mission wird vier Astronauten an Bord des Raumschiffs Orion auf eine etwa zehntägige Reise um den Mond und zurück bringen. Dies ist keine Landung — dieser Meilenstein ist für eine zukünftige Artemis-Mission reserviert — aber es ist der kritische bemannte Validierungsflug, der erfolgreich sein muss, bevor die NASA sich dazu verpflichtet, Astronauten zur Mondoberfläche zu schicken. Nach Jahren der Entwicklung, einem unbemannten Artemis I-Testflug 2022 und mehrfachen Zeitplanverzögerungen ist der Moment endlich gekommen.

Die Besatzung

Die vierköpfige Artemis II-Besatzung repräsentiert sowohl Kontinuität mit den Traditionen der bemannten Raumfahrt der NASA als auch eine Reihe von historischen Erstleistungen. Kommandant Reid Wiseman, ein US-Navy-Testpilot und ISS-Veteran, wird die Mission anführen. Pilot Victor Glover, der Geschichte schrieb, als der erste schwarze Astronaut in einer längerfristigen ISS-Mission tätig war, wird als Pilot fliegen. Missionsspecialistin Christina Koch, die den Rekord für den längsten einzelnen Raumflug einer Frau hält, wird die erste Frau sein, die zum Mond fliegt.

Das vierte Besatzungsmitglied ist Jeremy Hansen der Canadian Space Agency — der erste Kanadier und der erste Nicht-Amerikaner, der zum Mond fliegt. Kanadas Beteiligung widerspiegelt das internationale Partnerschaftsmodell, das die NASA für das Artemis-Programm aufgebaut hat, das auch die European Space Agency und die Japan Aerospace Exploration Agency umfasst.

Was Artemis II Testen Wird

Das Kernziel von Artemis II ist die Validierung der Lebenserhaltungssysteme des Raumschiffs Orion unter realen bemannten Betriebsbedingungen. Die unbemannte Artemis I-Mission 2022 prüfte die strukturelle Integrität des Fahrzeugs und die Leistung des Hitzeschildes auf einer Mondrückkehrbahn. Artemis II wird alles bewerten, das menschliche Präsenz erfordert: Umweltschutz, Besatzungsschnittstellen, manuelle Steuerbefugnis, Abfallwirtschaftssysteme und die physiologischen Reaktionen tatsächlicher Besatzungsmitglieder auf die Strahlung der Weltraumumgebung jenseits der Van Allen-Gürtel.

Das Missionsprofil führt Orion auf eine freie Rückkehrbahn — ein Achterpfad, der um den Mond führt und die Mondschwerkraft nutzt, um das Raumschiff ohne erforderliche Mondumlaufbahneinführung zur Erde zurückzusenden. Diese Bahn minimiert die Treibstoffanforderungen, während sie die von der Erde erreichte Entfernung maximiert und einen automatischen Rückkehrweg bietet, falls Antriebssysteme irgendwann auf der Hinreise auf Probleme stoßen.

Missionsleiter im Johnson Space Center in Houston haben die Möglichkeit, Besatzungsgesundheitsindikatoren in Echtzeit zu überwachen, mit nur bescheidenen 1,5-Sekunden-Lichtgeschwindigkeitsverzögerungen bei Monddistanzen zu kommunizieren und Abbruchverfahren auszuführen, wenn eine Systemleistung außerhalb akzeptabler Parameter liegt. Das umfangreiche Bodenunterstützungsnetz wurde durch mehrere Simulationen seit der Artemis I-Mission trainiert.

Ein Programm unter Politischen und Haushaltsdruck

Das Artemis-Programm hat sich anhaltenden Überprüfungen seiner Kosten und seines Zeitplans ausgesetzt gesehen. Die Entwicklung der Space Launch System-Rakete, die Orion ins All trägt, hat über 23 Milliarden Dollar in ihrer Entwicklungsgeschichte verbraucht. Das Human Landing System — der Mondlander, das schließlich Astronauten zur Oberfläche bringt — wird von SpaceX mit seinem Starship-Fahrzeug unter einem Vertrag entwickelt, der mit technischen und behördlichen Verzögerungen konfrontiert wurde.

Kongressabgeordnete haben wiederholt in Frage gestellt, ob die Kostenstruktur des Programms nachhaltig ist, besonders da sich die kommerziellen Weltraumfähigkeiten von SpaceX und anderen Anbietern weiter entwickeln. Die NASA hat darauf reagiert, indem sie Artemis II als Machbarkeitsstudie hervorhebt — ein Nachweis, dass die Investition ein funktionsfähiges, flugtaugliches bemanntes Tiefenraumsystem hervorgebracht hat — und den Zeitplan für nachfolgende Missionen beschleunigt.

Artemis III, die geplante erste Mondlandungsmission, ist derzeit nicht vor 2027 vorgesehen und hängt davon ab, dass Starship seine eigenen Qualifizierungsmeilensteine abschließt. Das politische und haushaltstechnische Umfeld wird wahrscheinlich bestimmen, ob dieses Ziel hält oder weiter verschoben wird.

Verfolgung der Mission

Die NASA hat umfangreiche öffentliche Berichterstattung über Artemis II organisiert. Vorstart-Veranstaltungen beginnen am 27. März mit Experteninterviews und technischen Briefings vom Kennedy Space Center. Die Berichterstattung zum Starttag beginnt um 7:45 Uhr EDT mit Treibstoffbeladungsvorgängen und wechselt zu Live-Startberichterstattung, wenn sich das Fenster nähert. Tägliche Missions-Statusbriefings werden ab dem 2. April vom Johnson Space Center durchgeführt.

Alle Berichterstattung wird auf dem YouTube-Kanal der NASA und über die Website der Agentur gestreamt. Ein virtuelles Gästeprogramm ermöglicht es der Öffentlichkeit, sich für digitale Startabzeichen zu registrieren und auf exklusive Inhalte zuzugreifen. Für eine Generation, die aufgewachsen ist und von Plänen zur Rückkehr zum Mond gehört hat, könnte der 1. April 2026 endlich der Tag sein, an dem diese Pläne Wirklichkeit werden.

Dieser Artikel basiert auf Berichten der NASA. Lesen Sie den Originalartikel.