Neue Chemie aus dem Gale-Krater schärft die Geschichte der Mars-Bewohnbarkeit

NASAs Rover Curiosity hat die bisher vielfältigste Sammlung organischer Moleküle auf dem Mars nachgewiesen und damit einer der zentralen Fragen der Planetenforschung neue Details hinzugefügt: Ob der Rote Planet einst Bedingungen bot, die Leben hätten tragen können, und ob Spuren dieses alten Umfelds heute noch in seinen Gesteinen erhalten sind.

Die Ergebnisse stammen aus Curiositys Analyse eines tonhaltigen Sandsteins mit dem Namen Mary Anning 3 im Gale-Krater. Mit seinem Instrumentensatz Sample Analysis at Mars, kurz SAM, identifizierte der Rover 21 organische Verbindungen. Sieben dieser Moleküle waren zuvor auf dem Mars noch nicht gefunden worden. Der Befund beweist nicht, dass dort jemals Leben existierte, stärkt aber die Annahme, dass alte Marsumgebungen chemische Signaturen bewahren konnten, die künftige Missionen noch genauer untersuchen wollen.

Warum Organika wichtig sind und warum sie nicht dasselbe wie Leben sind

Organische Moleküle sind kohlenstoffhaltige Verbindungen, die sowohl durch biologische als auch durch nicht-biologische Prozesse entstehen können. Diese Unterscheidung ist wichtig. Der Nachweis organischer Stoffe auf dem Mars ist für sich genommen kein Beleg für vergangene Organismen. Geologische Reaktionen können sie ebenfalls erzeugen, und das bereitgestellte Quellmaterial sagt ausdrücklich, dass derzeit nicht bestimmt werden kann, ob die von Curiosity nachgewiesenen Moleküle biologischen oder geologischen Ursprungs sind.

Dennoch ist das Ergebnis bedeutsam. Der Wert des neuen Nachweises liegt darin, was er über Erhaltung aussagt. Wenn der Mars in der Lage ist, eine chemisch vielfältige Gruppe organischer Stoffe in altem Gestein zu bewahren, dann könnte der Planet auch komplexere Biosignaturen schützen, falls solche Signale dort überhaupt einmal entstanden sind. Mit anderen Worten: Curiosity hat die Frage nach Leben auf dem Mars nicht gelöst, aber gezeigt, dass das Archiv, nach dem Wissenschaftler suchen, real und wissenschaftlich nützlich ist.