Zwei schwache Ringe, zwei sehr unterschiedliche Geschichten
Die äußersten Ringe des Uranus scheinen weit weniger ähnlich zu sein, als Astronomen einst annahmen. Laut Berichten von New Scientist über neue Forschung zeigen Beobachtungen aus fast zwei Jahrzehnten, dass die mu- und nu-Ringe des Planeten stark unterschiedliche Zusammensetzungen haben. Das wirft neue Fragen zu den kleinen Monden und Mondchen auf, von denen man annimmt, dass sie sie speisen.
Die Ergebnisse stammen von einem Team um Imke de Pater von der University of California, Berkeley, das Beobachtungen des Keck-Teleskops auf Hawai'i, des Hubble-Weltraumteleskops und des James-Webb-Weltraumteleskops kombiniert hat. Diese lange Beobachtungsbasis ist wichtig, weil Uranus' äußere Ringe extrem schwach sind und sich aus so großer Entfernung nur schwer im Detail untersuchen lassen.
Ein eisblauer Ring und ein staubiger roter Ring
Das auffälligste Ergebnis ist der Kontrast zwischen den beiden Ringen. Der äußerste mu-Ring erscheint sehr blau. Sein reflektiertes Licht legt nahe, dass er aus winzigen Eispartikeln besteht. Der nu-Ring erscheint stattdessen rot und scheint reich an Staub und an vergleichsweise komplexen organischen Molekülen zu sein, die als Tholine bekannt sind.
Das ist ein signifikanter Unterschied für zwei Ringe im selben fernen Planetensystem. Statt nur Varianten eines Themas zu sein, könnten sie unterschiedliche Versorgungsmechanismen, unterschiedliche Mutterkörper oder unterschiedliche Geschichten von Kollision und Nachschub dokumentieren.


