Ein bedeutender archäologischer Fund tauchte in einem gewöhnlichen Feld auf
Archäologen in Norwegen untersuchen, was bereits als der größte jemals im Land gefundene Wikinger-Münzschatz identifiziert wurde. Der Fund, bekannt als der Mørstad-Schatz nach dem Hof, auf dem er nahe dem Dorf Rena im Osten Norwegens ausgegraben wurde, enthält 2.970 Silbermünzen, die in England, Deutschland, Dänemark und Norwegen geprägt wurden.
Die Entdeckung begann am 10. April, als zwei Metalldetektoristen die ersten 19 Münzen fanden. Sie alarmierten lokale Archäologen, die am nächsten Tag bei der Suche halfen. Was dann folgte, übertraf rasch alle Erwartungen. Wie die Archäologin May-Tove Smiseth von der Kreisgemeinde Innlandet gegenüber Science Norway in von Live Science zitierten Aussagen sagte, hörten die Detektoren „nie auf zu piepen“.
Die Ausgrabung ist noch nicht abgeschlossen, weshalb sich die endgültige Zahl noch ändern könnte. Schon bei der aktuellen Gesamtzahl ist der Fund jedoch ein bedeutender Beitrag zur Archäologie der Wikingerzeit in Skandinavien.
Was die Münzen über eine sich wandelnde Geldwelt verraten
Der Schatz umfasst Münzen, die unter mehreren Herrschern geprägt wurden, darunter Englands Æthelred II., Cnut the Great und der römisch-deutsche Kaiser Otto III. Laut dem Bericht untersuchen Fachleute des Museums für Kulturgeschichte in Oslo das Material bereits.
Die geografische Streuung der Münzen ist bedeutsam. Sie spiegelt ein Geldumfeld wider, in dem ausländische Münzen in Norwegen die Geldzirkulation dominierten. Der Numismatiker Svein Gullbekk sagte, dass ausländische Münzen in Norwegen den Geldumlauf dominierten, bis Harald Hardrada eine nationale Münzprägung etablierte. Das Vorhandensein einer kleineren Zahl unter Hardrada geprägter Münzen hilft, den Schatz auf etwa 1050 zu datieren, eine Zeit, in der die norwegische Münzprägung gerade in Schwung kam.
Diese Einordnung platziert den Schatz in einer Übergangsphase. Er liegt nahe an dem Punkt, an dem sich eine Wirtschaft, die stark auf importiertes und im Ausland geprägtes Silber angewiesen war, in Richtung einer stärkeren nationalen Geldidentität bewegte. In diesem Sinne ist der Fund nicht nur groß, sondern auch historisch sehr gut verortet.



