Die Sonnenaktivität bereitet eine seltene Himmelsshow am Wochenende vor
Himmelsbeobachter in Teilen der USA könnten am Freitag und Samstag einen ungewöhnlichen Blick auf die Nordlichter bekommen, nachdem sich ein großes koronales Loch in der Sonnenatmosphäre geöffnet hat. Laut dem bereitgestellten Ausgangstext setzt diese Öffnung Hochgeschwindigkeits-Sonnenwind frei, der das Magnetfeld der Erde so stark treffen dürfte, dass die Polarlichtaktivität weit nach Süden gedrückt wird.
Die Prognose ist besonders bemerkenswert, weil Polarlichter normalerweise auf höhere Breiten beschränkt sind. Dieses Ereignis könnte sie in mehreren nördlichen US-Bundesstaaten sichtbar machen, wobei der Ausgangstext sagt, dass die Erscheinungen bis nach Idaho und New York reichen könnten. Für Gelegenheitsbeobachter bedeutet das, dass ein Phänomen, das normalerweise mit Alaska, Kanada oder Skandinavien verbunden ist, kurzzeitig viel weiter unten auf der Karte sichtbar werden könnte.
Was ein koronales Loch eigentlich ist
Trotz des Namens ist ein koronales Loch kein physisches Loch in der Sonne. Es handelt sich um einen Bereich in der Sonnenatmosphäre, in dem sich Magnetfeldlinien nach außen ins All öffnen, statt zurück zur Oberfläche zu schleifen. Diese offenen Linien lassen geladene Teilchen leichter entweichen und erzeugen so einen schnelleren Sonnenwind als gewöhnlich.
Wenn dieser Wind die Erde erreicht, kann er die Magnetosphäre des Planeten stören. Die in die obere Atmosphäre gelenkten Teilchen und Energien reagieren dort mit Gasen und erzeugen die bekannten Lichtbänder und -vorhänge, die als Polarlichter bekannt sind. Die Farben hängen von Höhe und Art des angeregten Gases ab, aber der Kern ist einfach: Stärkerer Sonnenwind erhöht die Chance auf stärkere und weitreichendere Erscheinungen.
Warum dieses Wochenende wichtig ist
Nicht jeder Schub im Sonnenwind erzeugt Polarlichter, die jenseits des hohen Nordens sichtbar sind. Was dieses Ereignis beobachtenswert macht, ist die Größe des koronalen Lochs und die Erwartung, dass der daraus resultierende Windstrom stark genug sein wird, das Polarlichtoval weiter nach Süden auszudehnen. Praktisch bedeutet das, dass Menschen an Orten, die sich normalerweise nicht als Polarlichtgebiet verstehen, eine Chance haben könnten, sofern der Himmel klar ist und die lokale Lichtverschmutzung gering bleibt.
Die Prognose erinnert auch daran, wie Weltraumwetter gewöhnliche Nächte in kurzfristige Beobachtungsmöglichkeiten verwandeln kann. Anders als eine Sonnenfinsternis lassen sich Polarlichter nicht perfekt planen. Sie hängen sowohl von der Sonnenaktivität als auch von den lokalen Bedingungen auf der Erde ab, einschließlich Bewölkung, Dunkelheit und der Stärke der geomagnetischen Störung, wenn der Sonnenwind eintrifft.
Wo und wie man schauen sollte
Der Ausgangstext nennt Freitag und Samstag als das entscheidende Beobachtungsfenster. Wer die Lichter sehen will, hat in der Regel die besten Chancen nach vollständiger Dunkelheit, fern von Stadtlicht und mit freiem Blick zum nördlichen Horizont. Selbst in Bundesstaaten, in denen Polarlichter technisch möglich sind, kann urbane Beleuchtung schwächere Aktivität überstrahlen. Das macht ländliche oder halbländliche Orte zu einem klaren Vorteil.
Beobachter sollten außerdem ihre Erwartungen anpassen. Polarlichter erscheinen nicht immer als die kräftig grünen Vorhänge, die man oft auf Langzeitbelichtungen sieht. Bei schwächeren Erscheinungen können sie mit bloßem Auge wie ein blasses Glimmen, ein schwacher Bogen oder weiß-graue, sich bewegende Streifen wirken. Kameras zeigen häufig mehr Farbe und Struktur, als das Auge in Echtzeit wahrnehmen kann.
Dennoch macht gerade die Möglichkeit, sie aus relativ niedrigen Breiten zu sehen, solche Ereignisse unvergesslich. Für viele Menschen in den kontinentalen USA ist ein starkes Polarlicht so selten, dass es sich fast wie eine astronomische Überraschung anfühlt und nicht wie ein saisonales Ereignis.
Ein sichtbares Zeichen der Sonne-Erde-Verbindung
Das Ereignis ist auch ein nützliches Beispiel dafür, wie aktiv und dynamisch die Sonne wirklich ist. Der Stern im Zentrum des Sonnensystems ist keine konstante Lampe. Sein magnetisches Verhalten formt die umgebende Weltraumumgebung ständig neu, manchmal auf eine Weise, die auf der Erde als eindrucksvolles atmosphärisches Leuchten sichtbar wird.
Deshalb ist die Sonnenbeobachtung weit mehr als ein Thema für Astronomie-Enthusiasten. Dieselben Weltraumwetterprozesse, die Polarlichter erzeugen, können bei ausreichender Intensität auch Satelliten, Kommunikation, Navigationssysteme und Strominfrastruktur beeinträchtigen. Die Prognose für dieses Wochenende ist vor allem eine visuelle Geschichte, steht aber in einem viel größeren System sonnengetriebener Variabilität.
Eine kurzlebige Gelegenheit
Wenn die Prognose eintritt, könnten die kommenden Nächte eine der besseren Polarlichtchancen für US-Beobachter in diesem Frühjahr bieten. Das Zeitfenster ist kurz, und das Ergebnis hängt weiterhin von der genauen Stärke und dem Zeitpunkt des eintreffenden Sonnenwinds ab. Aber die Konstellation ist klar genug, um das Wochenende einen Blick wert zu machen.
Für Menschen in nördlichen Bundesstaaten, besonders an Orten mit dunklem Himmel und klarem Wetter, ist dies genau die Art von Ereignis, bei dem sich ein kurzer Blick nach draußen lohnt. Ein gigantisches koronales Loch auf der Sonne ist vom Boden aus kaum vorstellbar. Das Polarlicht, das es auslösen kann, lässt sich deutlich leichter genießen.
Dieser Artikel basiert auf einem Bericht von Live Science. Zum Originalartikel.
Originally published on livescience.com



