Genetische Daten deuten auf starken Rückgang einer Fidschi-Biene hin
Eine neue Studie zu einer einheimischen Fidschi-Biene zeigt, dass ihre effektive Populationsgröße in den vergangenen etwa 150 Jahren drastisch gesunken ist. Der Befund betrifft Hylaeus navai, eine von mehreren kleinen, in der Baumkrone lebenden Hylaeus-Bienen, die kürzlich als endemisch für Fidschi identifiziert wurden.
Dem Bericht über die in Ecology and Evolution veröffentlichte Studie zufolge fällt der vermutete Rückgang in die Zeit seit der europäischen Kolonisierung der Inseln. Die Forschung untersuchte die demografische Geschichte, die genetische Gesundheit, die Populationsstruktur und die Verbreitung von sechs auf Fidschi vorkommenden Hylaeus-Arten.
Eine weitgehend übersehene Biene
Forscher entdeckten 2024 sechs endemische Hylaeus-Arten auf Fidschi. Diese Bienen waren weitgehend übersehen worden, unter anderem weil sie in Baumkronen leben, sich dort ernähren und fortpflanzen, statt in der niedrigeren Vegetation, die üblicherweise beprobt wird.

Die Bienen sind zudem klein: Der Bericht nennt eine durchschnittliche Länge von etwa 3,9 Millimetern. Ihre geringe Größe und ihr Lebensraum in der Baumkrone könnten dazu beigetragen haben, dass sie unentdeckt blieben, sie aber zugleich anfällig für Veränderungen des Waldlebensraums machten.
Die Forscher beschreiben die Fidschi-Hylaeus als Bienen, die Pollen im Körper transportieren und offenbar auf rot blühende Pflanzen der Baumkronen spezialisiert sind. Diese Beobachtung stellt die ältere Annahme infrage, Bienen könnten Rot nicht sehen. Ihre wahrscheinliche Abhängigkeit von Waldkronen und möglicherweise begrenzte Sammelgebiete stehen im Zentrum der durch die Studie aufgeworfenen Naturschutzsorgen.
Was ein Rückgang der effektiven Population bedeutet
Die Schätzung der Studie betrifft die effektive Populationsgröße, ein genomisches Maß, mit dem sich ableiten lässt, welchen genetischen Beitrag eine Population über Generationen hinweg erhalten hat. Es handelt sich nicht einfach um eine Zählung lebender Bienen. Dennoch kann ein starker Rückgang dieses Maßes auf einen erheblichen Verlust genetischer Vielfalt und Widerstandsfähigkeit hinweisen.

Der Bericht bezeichnet das Ergebnis als extremes Beispiel für den Rückgang von Bestäubern. Bestäuber unterstützen Wildpflanzen und die landwirtschaftliche Produktion, während Lebensraumverlust und Pestizideinsatz weltweit zu größeren Sorgen über den Zustand von Bienen und Schmetterlingen beigetragen haben.
Warum der Befund wichtig ist
- Die Art scheint auf die Waldkrone spezialisiert zu sein und möglicherweise ein begrenztes Verbreitungsgebiet zu besitzen.
- Ihr Rückgang wird anhand genomischer Daten über einen langen historischen Zeitraum abgeleitet.
- Die Arbeit zeigt, wie wenig untersuchte Lebensräume gefährdete Bestäuberarten verborgen halten können.
- Sie erhöht die Dringlichkeit, Fidschis endemische Bienenvielfalt und die Lebensräume zu verstehen, von denen diese Arten abhängen.
Das neue Ergebnis benennt keine einzelne nachgewiesene Ursache für den vermuteten Rückgang. Stattdessen ordnet es die demografische Veränderung in eine Zeitlinie ein, die mit großen menschlichen und ökologischen Veränderungen auf Fidschi nach der europäischen Kolonisierung überlappt. Die ökologischen Beobachtungen der Autoren verdeutlichen, warum weitere Untersuchungen dieser kleinen, an Baumkronen gebundenen Bienen wichtig sind: Schwer zu beobachtende Arten werden auch in der Naturschutzplanung leicht übersehen.
Für die Fidschi-Hylaeus war die regelmäßige Untersuchung der Baumkronen entscheidend für ihre ursprüngliche Erkennung. Die genomischen Belege deuten nun darauf hin, dass es für die Bewertung ihrer Zukunft wichtig sein wird zu dokumentieren, wo diese Bienen vorkommen, wie ihre Populationen strukturiert sind und welche Waldpflanzen sie nutzen.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Phys.org. Originalartikel lesen.
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