Ein Tumor verschwand vor der Operation
Eine in Wisconsin behandelte Frau geriet ohne konventionelle Behandlung in eine Remission eines bösartigen Tumors, in einem Fall, den Ärzte möglicherweise durch die zur Diagnose der Krankheit verwendete Biopsie ausgelöst sehen. Die 59-jährige Patientin hatte einen schnell wachsenden Knoten im Arm, der als Myxofibrosarkom identifiziert wurde, ein aggressiver Krebs des Bindegewebes. Doch als sie zwei Wochen später zur Operation zurückkehrte, war der Tumor verschwunden.
Der Fall erregt Aufmerksamkeit, weil eine spontane Rückbildung von Krebs bereits selten ist und eine Rückbildung nach einer Biopsie noch seltener. Dem Bericht zufolge ist die Frau einer von nur neun bekannten Fällen, in denen auf eine Biopsie innerhalb weniger Wochen das Verschwinden dieser Krebsart folgte. Forscher sagen, der zeitliche Zusammenhang deute stark darauf hin, dass die durch die Biopsie verursachte Gewebeschädigung eine Immunreaktion ausgelöst haben könnte, die stark genug war, den Tumor zu stoppen.
Wie sich der Fall entwickelte
Die Patientin bemerkte einen Knoten, der über mehrere Wochen schnell wuchs und Schmerzen sowie Unbehagen verursachte. Als sie ärztliche Hilfe suchte, maß die Schwellung etwa 2 Zentimeter. Die Ärzte markierten die Stelle mit Tätowiertinte und führten eine Nadelbiopsie durch, bei der kurz eine dünne Nadel in das Gewebe eingeführt wurde, um eine Probe zu entnehmen.
Diese Biopsie zeigte, dass es sich bei der Masse um ein Myxofibrosarkom handelte und dass aggressive Krebszellen vorhanden waren. Der normale nächste Schritt wäre eine Operation zur Entfernung gewesen, zumal Ärzte die Krankheit auch deshalb als gefährlich ansahen, weil sie sich ausbreiten kann. Doch die klinische Geschichte änderte sich fast unmittelbar nach der Biopsie. Die Patientin berichtete, dass der Knoten innerhalb von drei bis vier Tagen begann zu schrumpfen.
Als sie zwei Wochen später für den geplanten Eingriff zurückkehrte, war der Tumor nicht mehr auffindbar. Um das Ergebnis zu bestätigen, entfernten Chirurgen Gewebe aus dem Bereich, in dem der Krebs gewesen war. Die Untersuchung dieses Gewebes fand keine verbleibenden Krebszellen.



