Das Hyperschall-Upgrade der Zumwalts stößt auf ein breiteres Programmproblem
Der Plan der US-Marine, ihre drei Zerstörer der Zumwalt-Klasse in Hyperschall-Schlagplattformen umzurüsten, liegt zwei Jahre hinter dem Zeitplan, wie ein von Defense News zitierter Bericht zeigt. Die Verzögerung betrifft eines der hochkarätigsten Vorhaben des Militärs, die Conventional Prompt Strike, kurz CPS, auf See einzuführen, und macht deutlich, wie das Projekt von Problemen auf beiden Seiten der Integration eingeengt wird: von den Schiffen selbst und von dem Raketenprogramm, das sie tragen sollen.
Regierungsprüfer sagten, der Zeitverzug sei auf eine Kombination aus steigenden Kosten, Zuverlässigkeitsproblemen, Produktionsschwierigkeiten und schwacher Koordination zwischen Marine und Heer beim gemeinsamen CPS-Vorhaben zurückzuführen. Die Folge ist nicht nur ein langsamerer Zeitplan für die Schiffsmodifikationen. Die für 2025 geplanten Flugtests wurden nun auf 2027 verschoben, wodurch ein wichtiger Validierungsmeilenstein noch weiter in die Zukunft rückt.
Für ein Programm, das der Marine eine schnelle konventionelle Langstrecken-Schlagoption verschaffen soll, ist der Rückschlag mehr als nur eine einfache Beschaffungsverzögerung. Er wirft die Frage auf, ob der Dienst eine Schiffsklasse effizient umrüsten kann, die sich schon bisher schwer damit getan hat, eine stabile operative Rolle zu finden.
Warum die Zumwalts wichtig sind
Das Zumwalt-Programm gehört seit Langem zu den am stärksten diskutierten Überwasser-Schiffsprojekten der Marine. Ursprünglich als Klasse mit 32 Schiffen geplant, wurde es nach steigenden Kosten und Bedenken hinsichtlich Missionstauglichkeit und Leistungsfähigkeit auf nur drei Einheiten reduziert. 2022 wählte die Marine die Zerstörer als eine der Plattformen für die CPS-Breitflächen-Hyperschallwaffe aus und gab den Schiffen damit eine neue Mission mit Schwerpunkt auf Langstreckenschlägen.
CPS ist so ausgelegt, dass ein zweistufiger Booster einen Höhen-Gleiter startet, der Ziele Tausende von Meilen entfernt in 30 Minuten oder weniger treffen kann. Dieses Konzept passt zu dem breiteren Bestreben der Marine, schnelle konventionelle Schlagoptionen bereitzustellen, mit denen hochwertige Ziele bedroht werden können, ohne Atomwaffen einzusetzen.
Auf dem Papier löst die Bewaffnung der Zumwalts mit CPS gleich zwei Probleme: Sie verschafft der Marine einen Weg, eine Hyperschallwaffe auf See einzusetzen, und gibt den teuren Zerstörern einen klareren strategischen Zweck. In der Praxis hat sich die Integration jedoch als technisch und programmatisch schwierig erwiesen.
Die Schiffsmodifikationen erweisen sich als komplexer als geplant
Die von Defense News zitierten GAO-Feststellungen verweisen auf eine Reihe von Komplikationen bei der Anpassung der Schiffe der DDG-1000-Klasse. Hyperschallraketen und ihre Startrohre zu installieren ist keine Plug-and-play-Änderung. Sie erfordert tiefgreifende Umbauten an Schiffen, die bereits einzigartige Systeme nutzen und teuer im Unterhalt sind.
Ein Beispiel aus dem Bericht veranschaulicht die Herausforderung. Ein Schiff benötigte mehr Verkabelung als ursprünglich erwartet, weil Auftragnehmer während der Arbeiten zur Installation der Startrohre mehr Kabel aus dem vorderen Schiffsteil entfernten als geplant. Solche Umplanungen und Nacharbeiten können Kettenreaktionen bei Kosten, Zeitplan und technischer Verifikation auslösen.
Die Prüfer warnten außerdem vor der bereits hohen Instandhaltungsbelastung der Klasse. Die Zumwalts verwenden eigenständige Radar-, Gefechts- und Netzwerksysteme, die laut GAO teuer sowie schwer zu betreiben und zu warten sind. Die Schiffe litten zudem unter unzuverlässigen Energiesystemen und Problemen mit Ersatzteilen. Diese Grundprobleme verschwinden nicht, wenn ein neues Waffensystem hinzugefügt wird; sie machen das Upgrade nur noch komplexer.
Auch das Raketenprogramm hat seine eigenen Engpässe
Die Verzögerung betrifft nicht nur die Integration in der Werft. Auch die Rakete selbst steht unter Druck. Zwar verweist der Ausgangstext auf jüngste CPS-Testerfolge von bodengestützten Anlagen, doch die GAO sagte, die Produktion stehe vor erheblichen Problemen, insbesondere auf industrieller Ebene.
Laut Bericht sieht sich Lockheed Martin, als Hauptauftragnehmer für den CPS-Raketenrumpf und verantwortlich für die Produktionsintegration genannt, mit Herausforderungen konfrontiert, die verhindern könnten, dass das Programm die geplanten Produktions- und Kostenziele erreicht. Dazu gehören Probleme mit hitzebeständigen Beschichtungen, minderwertige Teile und unzureichende Produktionskapazitäten.
Das Produktionsdefizit ist deutlich. Der Quelle zufolge kann das Werk derzeit nur sechs oder sieben Raketen pro Jahr herstellen, gegenüber einer angestrebten Rate von 12. Das ist wichtig, weil die operative Einsatzfähigkeit selbst bei fortschreitender Schiffsintegration von einem verlässlichen Zustrom an Raketen abhängt, die in großem Maßstab und zu vorhersehbaren Kosten produziert werden können.
Auch die Kosten haben sich stark in die falsche Richtung entwickelt. Eine Schätzung der Marine aus dem Jahr 2020 veranschlagte 31 Milliarden Dollar für 262 Raketen. Dieser Wert ist laut den zitierten GAO-Zahlen inzwischen auf 41 Milliarden Dollar für 224 Raketen gestiegen. Anders gesagt: Das Programm wird teurer und liefert gleichzeitig weniger Raketen als ursprünglich angenommen.
Ein gemeinsames Heer-Marine-Vorhaben zeigt Koordinationsprobleme
CPS ist kein reines Marineprogramm. Die von Schiffen und U-Booten gestartete Version ist mit der landgestützten Langstrecken-Hyperschallwaffe des Heeres verwandt. Solche gemeinsamen Ansätze sollen oft Entwicklungskosten verteilen und die Einführung durch gemeinsame Komponenten beschleunigen. Sie schaffen aber auch Abhängigkeiten zwischen den Teilstreitkräften.
Der Bericht sagt, dass Marine und Heer ihre Arbeit am gemeinsamen Programm offenbar nicht wirksam koordinieren. In einem technisch so anspruchsvollen System kann schlechte Koordination direkt zu Zeitplaninstabilität, Doppelarbeit und nicht abgestimmten Annahmen über Test-, Produktions- und Einsatzreihenfolgen führen.
Das ist nicht nur für die Zumwalt-Klasse relevant. Dieselbe Raketenfamilie ist auch für U-Boote der Virginia-Klasse vorgesehen. Probleme bei Produktion, Tests oder gemeinsamer Steuerung könnten daher mehr als nur ein einzelnes Modernisierungsvorhaben betreffen.
Was die Verzögerung strategisch bedeutet
Die zweijährige Verzögerung beendet die Hyperschall-Ambitionen der Marine nicht, zeigt aber, wie schwierig es ist, fortschrittliche Waffen auf unkonventionellen Plattformen einzuführen, solange diese Waffen selbst noch reifen. Hyperschallsysteme versprechen Geschwindigkeit, Reichweite und kürzere Reaktionszeiten, doch diese Vorteile hängen von einer Lieferkette, einem Testtakt und einer Trägerplattform ab, die den Einsatz termingerecht unterstützen können.
Für die Marine ist der Fall Zumwalt besonders sensibel, weil die Zerstörer bereits jahrelang wegen Kosten und Missionsrelevanz unter Beobachtung stehen. Ein erfolgreicher CPS-Einsatz hätte die Klasse als spezialisiertes strategisches Gut neu positionieren können. Die anhaltende Verzögerung bewirkt das Gegenteil: Sie verstärkt den Eindruck, dass die Schiffe zwar theoretisch operativ wertvoll sind, in der Praxis aber dauerhaft schwer umzusetzen bleiben.
Die Verschiebung der Flugtests von 2025 auf 2027 ist daher nicht nur als Meilensteinverzug bedeutsam, sondern auch als Signal, dass die Integrationsherausforderung weiterhin nicht unter Kontrolle ist. Solange die Marine keine verlässlichen Schiffsumrüstungen, eine stabile Raketenproduktion und eine bessere gemeinsame Koordination nachweisen kann, bleibt der Weg zu einer einsatzfähigen seegestützten Hyperschallfähigkeit ungewiss.
Kernaussagen
- Die Bemühungen der Marine, CPS-Hyperschallraketen auf Zumwalt-Zerstörern zu installieren, liegen zwei Jahre zurück.
- Die GAO nannte die Komplexität der Schiffsmodifikationen, Zuverlässigkeitsprobleme der Klasse, Produktionsengpässe und schwache Koordination zwischen Marine und Heer.
- Die zuvor für 2025 geplanten Raketen-Flugtests wurden auf 2027 verschoben, wodurch ein wichtiger Validierungsmeilenstein verzögert wird.
Dieser Artikel basiert auf Berichten von Defense News. Den Originalartikel lesen.
Originally published on defensenews.com







