Um die Iran-Blockade hat sich eine dichte Seestreitmacht gebildet
Die jüngste Trägerverlegung der US-Marine zeigt eine auffällige Konzentration von Kampfkraft im Verantwortungsbereich des US Central Command, wo inzwischen mehr als 20 amerikanische Kriegsschiffe die Durchsetzung der Blockade gegen den Iran unterstützen. Zwei Flugzeugträger-Kampfgruppen gehören laut öffentlich verfügbaren Tracking-Informationen, auf die im wöchentlichen Träger-Überblick verwiesen wird, zu dieser Streitmacht.
Die Größenordnung ist schon für sich genommen bedeutsam, aber die operativen Details sind noch wichtiger. Das US Central Command teilte mit, dass die an der Blockade beteiligten Kräfte 61 mit dem Iran verbundene Handelsschiffe umgeleitet und mindestens vier außer Gefecht gesetzt haben, die versuchten, die Blockade zu durchbrechen. Diese Zahlen zeigen, dass es sich nicht nur um symbolischen Druck handelt. Es ist eine aktive maritime Durchsetzungsoperation mit wiederholten Abfangmanövern und sichtbarer Marinepräsenz.
Das Lagebild der Verlegung zeigt außerdem, wie stark die Marine auf Trägerflugzeuge und Begleitschutzkräfte setzt, um diesen Einsatz aufrechtzuerhalten. Flugzeugträger-Kampfgruppen gehören weiterhin zu den flexibelsten Mitteln der USA, um Aufklärung, Luftmacht, Seeraumkontrolle und Abschreckung in einem Paket zu verbinden. Mit zwei solcher Gruppen in oder nahe dem Einsatzgebiet sendet Washington ein Signal von Durchhaltevermögen und der Bereitschaft, den Druck bei Bedarf zu erhöhen.
Die Gruppen George H.W. Bush und Abraham Lincoln stehen im Zentrum der Mission
Die USS George H.W. Bush Carrier Strike Group ist eine der wichtigsten beteiligten Formationen. Neue, von der Marine in der vergangenen Woche veröffentlichte Bilder zeigten den Träger am 6. Mai bei Flugoperationen im Arabischen Meer. Auf dem Flugdeck waren 25 F/A-18E/F Super Hornets, zwei E-2D Hawkeyes und drei MH-60 Seahawks der Carrier Air Wing 7 zu sehen, was einen nützlichen Eindruck von der für den Einsatz verfügbaren Luftkomponente vermittelt.
Die Zusammensetzung der Bush-Gruppe ist bemerkenswert, weil sie im Unterschied zur USS Abraham Lincoln Carrier Strike Group im gleichen Verantwortungsbereich nicht mit F-35C an Bord ausgestattet ist. Das mindert ihre Bedeutung für die Blockademission nicht, zeigt aber einen Unterschied im Fähigkeitsmix beider Formationen. Praktisch scheint die Marine auf bewährte Flugzeuge der vierten Generation, luftgestützte Frühwarnplattformen und Hubschrauberunterstützung zu setzen, um den Druck im maritimen Bereich aufrechtzuerhalten.
Für die Blockade selbst eignet sich dieser Mix gut für Patrouille, Identifizierung, Geleitschutz und schnelle Reaktion. Super Hornets können bewaffnete Überwachung und Schlagoptionen bereitstellen. Hawkeyes erweitern das Lagebewusstsein. Hubschrauber bleiben für Suche, Logistik und Unterstützung von Seerauminterdiktionsmaßnahmen unverzichtbar. Das Ergebnis ist eine gestaffelte Streitmacht, die auf Beständigkeit und nicht nur auf Schlagzeilenwirkung ausgelegt ist.

