Militärsatelliten sollen mehr können als nur im Orbit zu überleben
Die US Space Force arbeitet daran, künftige geosynchrone Satelliten mit bordeigenen Sensoren auszustatten, die erkennen können, wenn bodengestützte Radare sie beobachten, verfolgen oder möglicherweise anvisieren. Das Space Rapid Capabilities Office hat in Zusammenarbeit mit SpaceWERX drei Verträge über jeweils 3 Millionen US-Dollar an Assurance Technology Corporation, Raptor Dynamix und Innovative Signal Analysis vergeben, um Radarwarnempfänger für diese Mission zu entwickeln.
Die Nutzlasten sind für hoch manövrierfähige Satelliten im geosynchronen Erdorbit gedacht, einer Region, die strategisch immer wichtiger geworden ist, da sich militärische und kommerzielle Systeme um wertvolle Orbitalplätze drängen. Nach Angaben des Space RCO werden die Empfänger Emissionen bodengestützter Radare erkennen und charakterisieren, die Space-Force-Satelliten verfolgen, und so das verbessern, was der Dienst als taktisches Lagebewusstsein im Orbit bezeichnet.
Die Grundlogik ist aus anderen militärischen Bereichen vertraut: Wenn eine Plattform erkennen kann, dass sie überwacht oder bedroht wird, kann sie bessere Entscheidungen über Manöver, Haltung und Missionsrisiko treffen. Der Unterschied besteht darin, dass dieses Konzept nun tiefer in die Raumfahrtoperationen hineingetragen wird, wo das Lagebewusstsein historisch stärker von externen Bodennetzen als von Satelliten selbst abhing, die Bedrohungen wahrnehmen.
Warum die Verträge wichtig sind
Jede Vergabe erfolgte über das Small Business Innovation Research Direct-to-Phase-II-Programm und signalisiert, dass die Space Force vom Konzept rasch zu relevanten Prototypen übergehen will. Der unmittelbare Auftraggeber ist die nächste Generation der „Nachbarschaftswächter“-Architektur des Dienstes im geosynchronen Orbit, entwickelt im Rahmen des Andromeda-Programms, das früher als RG-XX bekannt war.
Diese Satelliten sind manövrierfähiger als die heutigen Raumfahrzeuge des Geosynchronous Space Situational Awareness Program und unterstützen das Auftanken im Orbit, wodurch ihre Nutzungsdauer verlängert wird und sie sich aggressiver neu positionieren können. In diesem Zusammenhang ist eine Radarwarn-Nutzlast kein optionales Zusatzgerät. Sie wird Teil eines umfassenderen Vorhabens, Militärsatelliten reaktionsfähiger zu machen, schwerer unentdeckt zu überwachen und in einer umkämpften Umgebung besser einsetzbar zu machen.
Der Direktor des Space RCO, Kelly Hammett, beschrieb die Fähigkeit als grundlegenden Bedarf und nicht als Spezialluxus und argumentierte, dass Betreiber wissen sollten, ob ihre Vermögenswerte beobachtet oder bedroht werden. Das spiegelt einen wichtigen Wandel im militärischen Denken über den Weltraum wider. Die Annahme ist nicht mehr, dass große Satelliten als relativ passive Plattformen operieren können, die vor allem durch Distanz und Bahndynamik geschützt sind. Stattdessen werden sie zunehmend als manövrierfähige Vermögenswerte in einer Umgebung betrachtet, in der Gegner aktiv nach Position und Absicht suchen.



