Ein Beschaffungsproblem, auf das Europa immer wieder stößt
Europäische Streitkräfte wollen mehr Drohnen, doch der schnelle Einkauf bleibt schwierig. Die Plattformen sind fragmentiert, Hersteller über mehrere Länder verteilt, und Ministerien müssen die Systeme oft einzeln vergleichen, während sie zugleich prüfen müssen, ob Fluggerät, Steuerungssoftware und Arbeitsabläufe der Bediener in bestehende Strukturen passen. Das niederländische Defence-Tech-Start-up Intelic versucht, diesen Engpass in etwas zu verwandeln, das eher einer Marktplatztransaktion ähnelt.
Das Unternehmen sagte, es habe einen europäischen Militär-Drohnen-Marktplatz namens BASE eingerichtet, der Hersteller aus neun europäischen Ländern zusammenführt. Der Ansatz ist einfach: Verteidigungsministerien sollen einsatzbereite unbemannte Systeme mehrerer Anbieter an einem Ort durchsuchen können, während Intelics Nexus-Command-and-Control-Software als Ebene dient, die diese Systeme zusammenarbeiten lässt.
Wenn dieses Modell trägt, würde es nicht nur den Einkauf vereinfachen. Es würde auch eines der schwierigsten Probleme moderner Drohnenbeschaffung in Europa angehen, wo der Kauf eines Systems nur der Beginn eines längeren Integrationsprozesses ist, der Ausbildung, Doktrin, Softwarekompatibilität und Koalitionseinsätze umfasst.
Wozu BASE laut Intelic gedacht ist
Intelic-CEO und Mitgründer Maurits Korthals Altes sagte gegenüber Defense News, das Hauptprinzip sei, Regierungen den Kauf von Plug-and-Play-Systemen zu ermöglichen, die ohne größere Änderungen an der Ausbildung in ihren Organisationen funktionieren können. Diese Rahmung ist wichtig. Ein Marktplatz wird für militärische Käufer in der Praxis nur dann nützlich, wenn die gelisteten Produkte nicht nur verfügbar, sondern auch innerhalb einer funktionsfähigen Führungsstruktur einsetzbar sind.
Laut dem Unternehmen soll BASE Ministerien ermöglichen, Systeme zu erkunden, die in einem Koalitionsrahmen verwendet werden können. Intelic sagt, Nexus liefere die Interoperabilitätsgarantie hinter diesem Versprechen. Das Unternehmen behauptet nicht, die Drohnen selbst zu bauen oder auszuliefern. Die Auslieferung bleibt Aufgabe der teilnehmenden Hersteller. Intelic positioniert sich stattdessen als die software- und beschaffungsseitige Verbindung zwischen Anbietern und staatlichen Käufern.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Europas Drohnenherausforderung nicht nur ein Problem der Produktionskapazität ist. Es ist auch eine Systemintegrationsfrage. Ein Ministerium mag ein attraktives Fluggerät identifizieren, aber der Koalitionseinsatz erfordert mehr als einzelne Leistungskennzahlen. Er verlangt Vertrauen, dass Flotten verschiedener Anbieter gemeinsam betrieben, über Führungswege verbunden und in größere operative Abläufe eingebettet werden können.





