Von Kohle zu Fusion: Ein Meilenstein des Energiewandels
Das ehemalige West Burton-Kraftwerk in Nottinghamshire, das von 1966 bis zu seiner Schließung 2023 Kohle zur Stromerzeugung verbrannte, wurde als Standort des ersten Fusionskraftwerks Großbritanniens ausgewählt. Die Ankündigung markiert einen bedeutsamen Übergang für das Programm "Spherical Tokamak for Energy Production" (STEP) — von einer langwierigen Forschungs- und Designphase zu aktiver Konstruktionsplanung.
Lord Patrick Vallance, Minister für Wissenschaft, Forschung und Innovation des Vereinigten Königreichs, kündigte die Beauftragung eines Baupartners und den Beginn einer Revitalisierung des West Burton-Standorts in Höhe von £200 Millionen (266 Millionen Dollar) an — die Anfangsinvestition, die einen stillgelegten Kohle-Infrastrukturstandort in eine weltklasse Kernenergieforschungsanlage und künftige Energieerzeugungsstätte umwandeln wird.
Das STEP-Programm
STEP ist Großbritanniens Flaggschiff-Initiative zur Entwicklung eines kommerziell rentablen Fusionskraftwerks bis etwa 2040. Im Gegensatz zum internationalen ITER-Projekt in Frankreich — das die wissenschaftliche Machbarkeit der Fusionsenergie an einem großen Tokamak demonstrieren soll — ist STEP explizit darauf ausgelegt, ein Prototyp-Fusionskraftwerk zu produzieren, das Nettstrom erzeugt. Es ist eine technische und kommerzielle Ambition, keine rein wissenschaftliche.
Das kugelförmige Tokamak-Design im Kern von STEP unterscheidet sich von der konventionellen Tokamak-Geometrie, die bei ITER verwendet wird. Ein kugelförmiger Tokamak hat eine kompaktere, kugelförmige Plasmakammer anstelle des donutförmigen Torus eines konventionellen Designs. Großbritannien besitzt tiefe Expertise in der Forschung kugelförmiger Tokamaks durch das Culham Centre for Fusion Energy, das das MAST Upgrade-Gerät betrieben hat — und das STEP-Programm baut direkt auf diese Erfahrung auf.







