Apples jährliches iPhone-Launch-Event findet am Mittwoch, dem 9. September, statt. Es ist jedes Jahr ein fester Termin in der Tech-Szene, doch die diesjährige Veranstaltung dürfte für Apple eine der folgenreichsten seit weit über einem Jahrzehnt sein. Nicht nur wird erwartet, dass das Unternehmen sein erstes faltbares iPhone enthüllt, auch ist dies die erste Präsentation unter Apples neuem CEO, John Ternus. Hier ist, was zu erwarten ist und worauf man achten sollte.
Warum dieses Event mehr als sonst zählt
Die Bedeutung des diesjährigen Events lässt sich kaum überschätzen. Apple hat seit Jahren kein wirklich bahnbrechendes Produkt mehr auf den Markt gebracht. Das Vision Pro, Apples ambitioniertes Mixed-Reality-Headset, galt am Markt weithin als Enttäuschung und konnte weder die Fantasie der Verbraucher wecken noch Blockbuster-Verkäufe erzielen. Das iPhone hingegen bleibt das wichtigste Produkt des Unternehmens und macht den Großteil des Umsatzes aus. Es neu zu erfinden ist nicht nur eine Frage, mit der Konkurrenz Schritt zu halten, sondern entscheidend für Apples künftiges Wachstum und seinen Ruf als Unternehmen, das noch immer revolutionäre Technologie liefern kann.
Es wird auch John Ternus' erste iPhone-Keynote als CEO sein. Ternus, der seit Langem eine Schlüsselfigur in Apples Hardware-Engineering ist, rückt ins Rampenlicht, während das Unternehmen versucht, eine neue Ära zu definieren. Seine Führung wird nicht nur an der Qualität der Produkte gemessen, sondern auch daran, wie er das Erbe von Tim Cook und Steve Jobs weiterträgt. Ein erfolgreicher iPhone-Launch könnte seine Position festigen, während ein Fehltritt mehr Fragen über die Ausrichtung des Unternehmens aufwerfen könnte, gerade jetzt, da Rivalen wie Samsung und Google ihre eigenen Smartphone-Designs aggressiv vorantreiben.
Kurze Geschichte des iPhone-Designs: Zwei Epochen führen zu einer dritten
Das iPhone begleitet uns seit fast 20 Jahren, doch es hat nur zwei große Design-Ären erlebt. Die erste reichte vom ursprünglichen iPhone im Jahr 2007 bis zum iPhone 8 im Jahr 2017. Dieses Design war durch einen physischen Home-Button und breite Ränder geprägt, unverkennbar am unteren „Kinn“ des Geräts. Es war ein ikonischer Look, der die Smartphone-Revolution auslöste, aber irgendwann altmodisch wirkte.
2017 stellte Apple das iPhone X vor und veränderte die Smartphone-Oberfläche grundlegend. Der Home-Button wurde entfernt und durch eine Vollbild-Front und Face ID ersetzt. Das war damals ein radikaler Bruch, doch das grundlegende All-Screen-Design ist seit über acht Jahren im Wesentlichen gleich geblieben. Schrittweise Updates haben das iPhone konkurrenzfähig gehalten, aber Kritiker sagen, dem Gerät fehle inzwischen der Wow-Effekt, der Apple einst auszeichnete.
Nun dürfte das iPhone sein drittes großes Redesign erhalten, und es ist das bisher radikalste. Das neue Gerät, das iPhone Ultra oder iPhone Fold heißen könnte, markiert den Wechsel vom reinen Plattenformat hin zu einem faltbaren Design. Das ist keine kleine Änderung, sondern eine völlig neue Art, mit einem Telefon zu interagieren, und sie eröffnet Möglichkeiten, die die Branche erst ansatzweise erkundet.
Das faltbare iPhone: Was wir bisher wissen
Faltbare Telefone sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, vor allem im Android-Lager. Samsungs Galaxy-Z-Fold- und Galaxy-Z-Flip-Reihen haben den Markt angeführt und zwei unterschiedliche Ansätze geboten: buchartige Foldables, die sich zu einem Tablet-großen Display öffnen, und kompakte „Flip“-Telefone, die sich in der Mitte falten lassen, um besser in die Tasche zu passen. Apples erstes faltbares iPhone soll Gerüchten zufolge jedoch einen dritten Weg gehen.
Laut Berichten soll das neue iPhone ein „Passaport-ähnliches“ Design erhalten. Statt hoch und schmal wie das Galaxy Z Flip oder quadratisch wie das Galaxy Z Fold wäre dieses Gerät im geschlossenen Zustand ungefähr im 4:3-Format. Stellen Sie sich einen horizontal liegenden Reisepass vor: kurz und breit. Diese Form dürfte sich in der Hand eher wie ein kompaktes, robustes Gerät anfühlen, und geöffnet würde sie ein größeres, nahezu quadratisches Innen-Display offenbaren. Diese besondere Form könnte Apple helfen, sich in einem Markt abzuheben, in dem viele Foldables ähnlich aussehen.
Die Namensgebung ist noch unklar. iPhone Ultra deutet auf ein Premium-Gerät hin, ähnlich wie Apple seine High-End-Uhren und Chips bezeichnet hat. iPhone Fold wäre direkter und würde Verbrauchern sofort sagen, was an dem Produkt neu ist. Unabhängig vom endgültigen Namen wird erwartet, dass es als Apples bislang fortschrittlichstes und teuerstes iPhone positioniert wird. Konkrete Preise wurden noch nicht veröffentlicht, Analysten erwarten jedoch einen deutlichen Aufpreis gegenüber den aktuellen iPhone-Modellen.
Die Risiken für John Ternus und Apples Innovationsvermächtnis
Für John Ternus ist dieses Event eine Chance zu beweisen, dass Apples Innovationsmotor noch immer läuft. Das Vision Pro war ein mutiges Experiment, konnte aber nicht die breite Anziehungskraft erzeugen, die Apple-Produkte einst fast mühelos auszeichnete. Das iPhone ist jedoch ein anderes Kaliber. Es ist das Gerät, das Apple zum Billionen-Dollar-Unternehmen machte, und seine Innovation ist eng mit der Markenidentität verknüpft.
Wenn Verbraucher positiv auf ein faltbares iPhone reagieren, könnte sich die gesamte iPhone-Reihe wieder innovativ anfühlen. Es würde zeigen, dass Apple ein von anderen vorgegebenes Konzept nehmen und es auf eine eindeutig Apple-artige Weise verfeinern kann: einfacher, eleganter und begehrenswerter. Außerdem würde es Apple in einer Kategorie, die in den kommenden Jahren deutlich wachsen dürfte, einen Vorsprung verschaffen. Wenn das Foldable hingegen auf Gleichgültigkeit oder Kritik stößt, könnte das die Sorge verstärken, Apple habe seine kreative Schlagkraft verloren. Das Unternehmen musste in der Vergangenheit nicht in jeder Kategorie als Erstes dran sein, aber es musste immer das Beste sein. Ein Fehltritt hier wäre mehr als ein Produktfehler; es wäre ein strategischer Fehler, der Apples Aktienkurs und die Kundentreue über Jahre hinweg beeinflussen könnte.
Das Event gibt Ternus außerdem die Gelegenheit, Apple seinen Stempel aufzudrücken. Er hat jahrelang hinter den Kulissen gearbeitet, doch am Mittwoch wird er sich als öffentliches Gesicht von Apples Produktstrategie der breiten Welt vorstellen. Wie er das faltbare iPhone präsentiert, wie er Apples Vision für die Zukunft erklärt und wie er die unvermeidlichen Fragen zu Preis und Haltbarkeit beantwortet, wird genau beobachtet werden. Eine selbstbewusste, souveräne Keynote könnte Investoren und Kunden gleichermaßen beruhigen.
Worauf man am Mittwoch achten sollte
Wie bei jedem Apple-Event wird die Tech-Presse während der Keynote auf eine Reihe von Details achten. Hier sind einige Punkte, die wahrscheinlich am wichtigsten sein werden:
- Verfügbarkeit des Geräts: Apple kündigt Produkte oft so an, dass sie sich allmählich einem Launch-Termin nähern. Das faltbare iPhone könnte im Herbst oder Anfang 2026 vorbestellbar sein, aber jede Überraschung beim Zeitplan wäre ein bemerkenswerter Gesprächsstoff.
- Preisschild: Ein Foldable mit diesem technischen Aufwand dürfte einen Premiumpreis haben. Standard-iPhones sind bereits teuer, und das faltbare Modell könnte weit über 1.500 US-Dollar liegen, daher wird die Preisstrategie entscheidend sein.
- Aussagen zur Haltbarkeit: Samsung und andere haben massiv in faltbare Display-Technologie und Scharniermechaniken investiert. Apple muss überzeugend darlegen, wie seine Version den täglichen Verschleiß aushält, insbesondere angesichts seines Rufs für zuverlässige, langlebige Geräte.
- Software-Anpassung: Ein neuer Formfaktor verlangt auch neue Software-Erfahrungen. Erwarten Sie, dass iOS Multitasking- und adaptive Layout-Funktionen einführt, die das größere Innendisplay nutzen, vor allem für Produktivitäts- und Kreativaufgaben.
- John Ternus' Präsentationsstil: Ton und Botschaften des neuen CEO werden Hinweise auf Apples künftige Position geben, während er in eine stärker öffentliche Rolle rückt.
Ein Wendepunkt für Apple
Das Event am Mittwoch ist zweifellos ein Wendepunkt für Apple. Die Vorstellung des ersten faltbaren iPhone nach mehr als einem Jahrzehnt inkrementeller Updates, kombiniert mit der Führung durch einen neuen CEO, schafft einen seltenen Moment aus Unsicherheit und Aufregung. Apple hat den Standard für Smartphones bereits einmal gesetzt, und es hat die Chance, das erneut zu tun. Wenn das Foldable jedoch nicht begeistert, wird Apple sich schwierigen Fragen stellen müssen, woher die nächste Wachstumsphase kommen soll. Alle Augen werden auf Cupertino gerichtet sein, während das Unternehmen versucht, das nächste Kapitel seiner bemerkenswerten Geschichte zu schreiben.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Fast Company. Den Originalartikel lesen.
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