Persistente Chemikalien im Obst- und Gemüseregal

Eine neue Analyse zeigt, dass einige in Kalifornien angebaute Obst- und Gemüsesorten Spuren von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, allgemein bekannt als PFAS oder Forever Chemicals, enthalten können. Dies zeigt einen bisher wenig beachteten Expositionsweg für diese persistenten Umweltgifte. Die Ergebnisse ordnen landwirtschaftliche Erzeugnisse in die wachsende Liste alltäglicher Produkte ein, die diese Chemikalien enthalten.

PFAS sind eine Familie von Tausenden synthetischer Chemikalien, die seit den 1940er Jahren hergestellt und in einer Vielzahl von industriellen und Verbraucheranwendungen verwendet werden, von antihaftbeschichteten Kochutensilien und wasserbeständiger Kleidung bis zu Löschschaum und Lebensmittelverpackungen. Ihre Molekularstruktur mit außergewöhnlich starken Kohlenstoff-Fluor-Bindungen macht sie praktisch unverdaulich in der Umwelt, daher der Name Forever Chemicals.

Die Pestizidverbindung

Die Analyse identifizierte bestimmte in der kalifornischen Landwirtschaft verwendete Pestizide als Vektor für PFAS-Verunreinigung. Einige Pestizidformulierungen enthalten PFAS-Verbindungen als Wirkstoffe, Tenside oder Verarbeitungshilfsmittel. Wenn diese Pestizide auf Kulturen angewendet werden, können PFAS-Rückstände auf der Oberfläche von Obst und Gemüse verbleiben und möglicherweise in Pflanzengewebe aufgenommen werden.

Im Gegensatz zu anderen Pestizidrückständen, die im Laufe der Zeit durch Sonnenlichtexposition, mikrobielle Aktivität oder chemischen Abbau abgebaut werden können, bleiben PFAS-Verbindungen auf unbestimmte Zeit bestehen. Dies bedeutet, dass durch landwirtschaftliche Anwendungen eingeführte PFAS in Böden über aufeinanderfolgende Wachstumssaisons hinweg akkumulieren können, was möglicherweise zu steigenden Kontaminationsspiegeln führt, selbst wenn die ursprüngliche PFAS-Quelle eingestellt wird.

Die Forscher testeten Produzeproben aus mehreren Anbauregionen in Kalifornien, das ungefähr ein Drittel des Gemüses und drei Viertel der Früchte und Nüsse des Landes produziert. Die Nachweise wurden über mehrere Kulturtypen hinweg gefunden, wobei die Konzentrationen je nach den verwendeten spezifischen Pestiziden und den angewandten Anbaumethoden erheblich variierten.

Gesundheitsbedenken

PFAS-Exposition wurde in wissenschaftlichen Studien mit einer Reihe von unerwünschten Gesundheitseffekten verbunden. Diese umfassen ein erhöhtes Krebsrisiko, Schilddrüsenerkrankungen, Funktionsstörungen des Immunsystems, Reproduktionsprobleme und erhöhte Cholesterinwerte. Während die auf Produkten gefundenen Konzentrationen im Allgemeinen niedriger sind als in verunreinigtem Trinkwasser oder Berufexpositionen, ist der kumulative Effekt mehrerer Expositionswege auf niedriger Ebene ein wachsendes Anliegen für Epidemiologen.

Der Ernährungsweg ist besonders bedeutsam, da er eine chronische, tägliche Exposition darstellt, anstatt der episodischen Exposition, die mit anderen PFAS-Quellen verbunden ist. Verbraucher, die empfohlene Mengen an Obst und Gemüse essen, könnten ständig kleine Mengen an PFAS aufnehmen, was zur Gesamtkörperbelastung aus anderen Quellen wie Trinkwasser, Lebensmittelverpackungen und Haushaltsartikeln beiträgt.

Kinder gelten als besonders anfällig, da ihre kleinere Körpermasse bedeutet, dass die gleiche Menge PFAS eine höhere Konzentration in ihren Körpern erzeugt, und ihre sich entwickelnden Organsysteme möglicherweise empfindlicher gegenüber den Auswirkungen hormonell wirksamer Stoffe sind.

Behördliche Landschaft

Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit verstärkter behördlicher Aufmerksamkeit für PFAS-Verunreinigung. Die Umweltschutzbehörde hat Trinkwasserstandards für mehrere PFAS-Verbindungen etabliert, und mehrere Bundesstaaten haben ihre eigenen PFAS-Vorschriften erlassen, die alles von Lebensmittelverpackungen bis zu Löschschaum abdecken. Die Regulierung von PFAS in Agrarpestiziden hat jedoch vergleichsweise weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Kaliforniens Department of Pesticide Regulation hat die Anwesenheit von PFAS in registrierten Pestizidrückständen bewertet, aber eine umfassende Bewertung, welche Produkte PFAS enthalten und in welchen Mengen, ist noch nicht abgeschlossen. Die Komplexität des Problems wird dadurch verschärft, dass PFAS-Verunreinigung nicht nur von absichtlich hinzugefügten PFAS-Inhaltsstoffen, sondern auch vom Herstellungsprozess oder von PFAS-kontaminiertem Wasser stammen kann, das in der Pestizidherstellung verwendet wird.

Was Verbraucher tun können

Während die Forschung nicht darauf hindeutet, dass Verbraucher die Aufnahme von Obst und Gemüse einstellen sollten, deren Gesundheitsvorteile die Risiken einer PFAS-Verunreinigung bei weitem überwiegen, empfehlen Experten, Produkte gründlich mit Wasser zu waschen. Sie weisen jedoch darauf hin, dass das Waschen möglicherweise nicht PFAS entfernt, die in Pflanzengewebe aufgenommen wurden, und dass konventionelle Waschtechniken gegen PFAS weniger wirksam sind als gegen andere Pestizidrückstände.

Bioprodukte können eine gewisse Verringerung der PFAS-Exposition durch Pestizidanwendung bieten, obwohl PFAS auch über kontaminiertes Bewässerungswasser oder als Dünger verwendete Biosolide auf Biobetriebe gelangen kann. Die Forschung unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes zur PFAS-Verunreinigung, der die Chemikalie an ihrer Quelle bekämpft, anstatt sich auf Verbraucher zu verlassen, um Exposition von einem immer häufigeren Schadstoff zu vermeiden.

Dieser Artikel basiert auf Berichten von Medical Xpress. Lesen Sie den Originalartikel.