Die Nutzung der hausärztlichen Versorgung sank bei traditionellem Medicare

Die hausärztliche Versorgung gilt seit Langem als Eingangstor zum US-Gesundheitssystem, insbesondere für ältere Erwachsene, die chronische Erkrankungen, Medikamente und Vorsorge betreuen müssen. Neue Forschung in JAMA Health Forum legt nahe, dass sich dieses Tor seltener geöffnet hat. In einer seriellen Querschnittsstudie mit Abrechnungs- und Verwaltungsdaten von 2017 bis 2023 für Begünstigte des traditionellen Medicare stellten die Forschenden fest, dass sowohl die Besuchsraten als auch der Gesamtzugang zur hausärztlichen Versorgung im Zeitraum zurückgingen.

Die Studie umfasste 258.324.127 Personenjahre und zeigte, dass die Hausarztbesuchsraten von 2,54 Besuchen pro Personenjahr im Jahr 2017 auf 2,27 im Jahr 2023 fielen. Auch der Anteil der Begünstigten mit Zugang zur hausärztlichen Versorgung sank, von 61,9% auf 59,8%. Diese Verschiebungen wirken auf dem Papier vielleicht gering, doch in der Größenordnung von Medicare bedeuten sie Millionen entgangener Besuche in einem System, das bereits unter Personalmangel, veränderten Praxisstrukturen und administrativer Komplexität leidet.

Telemedizin half, ersetzte den verlorenen Zugang aber nicht

Eine der aufmerksamsten Fragen in der Medizin nach der Pandemie ist, ob Telemedizin den Zugang aufrechterhalten kann, wenn Präsenzsysteme unter Druck stehen. Die hier vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie manchen Patientinnen und Patienten geholfen hat, aber nicht genug, um den größeren Rückgang umzukehren. Virtuelle Besuche machten 2023 7% der hausärztlichen Besuche aus, und 14% der Begünstigten, die Zugang zur hausärztlichen Versorgung hatten, nutzten dafür Telemedizin.

Das ist wichtig, weil Telemedizin oft als breit anwendbare Lösung für Zugangsprobleme diskutiert wird. Diese Analyse zeigt jedoch eine engere Realität. Virtuelle Versorgung ist Teil des Mixes geworden, bleibt in Medicare aber ein Minderheitskanal für die hausärztliche Versorgung. Sie kann für einige Patientinnen und Patienten Reibungsverluste verringern, insbesondere bei Transportproblemen oder begrenztem lokalen Ärztinnen- und Ärzteangebot, hat den allgemeinen Rückgang des Zugangs im Studienzeitraum jedoch nicht ausgeglichen.