New England rechnet weiter mit Wachstum, nur weniger davon

ISO New England hat seine langfristige Prognose für den Strombedarf erneut gesenkt und erklärt, dass der jährliche Verbrauch in der Region bis 2035 nun voraussichtlich um etwa 9 % steigen wird. Die überarbeitete Prognose spiegelt wider, was der Netzbetreiber als konservativere Annahmen zur künftigen Verbreitung von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen angesichts veränderter Regierungspolitik beschreibt.

Das Update, veröffentlicht im 2026-2035 Forecast Report of Capacity, Energy, Loads, and Transmission des Netzbetreibers, bedeutet nicht, dass die Elektrifizierung zum Stillstand gekommen ist. Es zeigt vielmehr einen langsameren Verlauf als in den beiden vorherigen Berichten von ISO New England. 2024 erwartete der Betreiber einen Anstieg des jährlichen Energieverbrauchs um 17 % bis 2033. 2025 wurde dieser Ausblick auf ein Wachstum von 11 % bis 2034 gekürzt. Die neueste Prognose senkt den erwarteten Anstieg erneut.

Die neuen Zahlen

ISO New England teilte mit, dass der jährliche Stromverbrauch von 116.679 Gigawattstunden in diesem Jahr auf 127.660 Gigawattstunden im Jahr 2035 steigen soll, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 0,9 % entspricht. Das ist immer noch eine bedeutende Veränderung für eine Region, deren jährlicher Nettoenergieverbrauch seit 2005 rückläufig war, ein Rückgang, den der Betreiber vor allem auf effizientere Heiz- und Kühlsysteme, Geräte und Beleuchtung sowie auf das Wachstum von Solarstrom hinter dem Zähler zurückführt.

Der überarbeitete Ausblick bedeutet daher zweierlei zugleich: eine Abschwächung des erwarteten Tempos der Elektrifizierung und gleichzeitig die fortbestehende Erwartung, dass sich der langjährige Abwärtstrend beim Strombedarf im nächsten Jahrzehnt umkehren wird.