Roboter, die zwischen Arbeitern gehen
Das Science-Fiction-Bild von humanoiden Robotern, die neben Menschen auf einem Fabrikgelände arbeiten, hat in einem BMW-Fertigungswerk in Deutschland einen bedeutenden Schritt zur Realität gemacht. Der Autohersteller hat begonnen, kommerzielle humanoide Roboter — zweibeinige, zweiarmi Maschinen, die für Aufgaben entwickelt wurden, die bisher menschliche Hände und menschliche Urteilsfähigkeit erforderten — in tatsächliche Produktionsvorgänge einzusetzen. Die Einführung stellt eine der hochprofiligsten kommerziellen Anwendungen der humanoiden Robotik bis dato dar und wird von Autoherstellern, Robotik-Investoren und Arbeitnehmervertretern weltweit genau beobachtet.
BMW hat nicht angegeben, welches spezifische Humanoidsystem eines Herstellers verwendet wird, und beruft sich auf laufende Geschäftsverhandlungen, aber es wird verstanden, dass die Bereitstellung eine von mehreren Unternehmen mit aktiven Partnerschaften in der Automobilindustrie umfasst — einschließlich Figure AI, Apptronik und Agility Robotics. Die Systeme führen eine definierte Aufgabenmenge in einer begrenzten Produktionszone aus, anstatt frei über die gesamte Anlage zu funktionieren.
Was die Roboter tatsächlich tun
Die Aufgaben, die den humanoiden Robotern von BMW bei dieser Erstbereitstellung zugewiesen werden, sind sorgfältig umgrenzt. Anstatt das vollständige Spektrum von Montagevorgängen auf einer Fahrzeugproduktionslinie zu versuchen, handhaben die Roboter spezifische Materialllogistik- und Teilevorbereitung-Funktionen. Dazu gehört das Abrufen von Komponenten aus Lagerstätten, deren Transport zu Montagestatten und die Durchführung von Qualitätsprüfungen an ankommenden Teilen, bevor sie in den Produktionsfluss eintreten.
Diese Aufgaben werden ausgewählt, weil sie großvolumig, wiederholbar und mit ausreichender Präzision definiert werden können, damit die aktuellen Autonomiestufen des Roboters sie zuverlässig bewältigen können. Sie sind auch ergonomisch anspruchsvoll für menschliche Arbeiter — häufiges Beugen, Heben und Tragen, das im Laufe der Zeit zu Muskel- und Skeletterkrankungen beiträgt. Dies gibt der Einführung eine Sicherheitsbegründung, die das Effizienzargument ergänzt.
Die Verwendung einer humanoiden Formfaktor anstelle von herkömmlichen Industrie-Robotern mit festem Arm ist für diese Anwendung von entscheidender Bedeutung. BMWs bestehende Fabriken wurden für menschliche Arbeiter konzipiert, mit Regalen, Gängen und Arbeitsflächen, die auf menschliche Reichweite und Bewegung skaliert sind. Humanoide Roboter können diese Umgebungen navigieren, ohne die Anlageveränderungen zu benötigen, die für herkömmliche Automatisierung erforderlich wären. Dies ist das zentrale Geschäftsargument für humanoide Robotik in bestehender Fertigung: nicht, dass sie bei einer bestimmten Aufgabe besser sind als herkömmliche Automatisierung, sondern dass sie in Räumen operieren können, die bereits für Menschen gebaut sind.
Stand der humanoiden Technologie
Kommerzielle humanoide Robotik befindet sich in einer Übergangphase. Die mechanischen und Fortbewegungsfähigkeiten führender Plattformen haben in den letzten drei Jahren dramatisch Fortschritte gemacht, aber die Wahrnehmungs- und kognitiven Software, die Robotern ermöglicht, ihre Umgebung zu verstehen und sich an neuartige Situationen anzupassen, bleibt noch in Arbeit. Aktuelle kommerzielle Humanoide funktionieren gut in hochstrukturierten Umgebungen, in denen das physische Layout und die Objektpositionen vorhersehbar sind. Sie haben Schwierigkeiten mit der Art der offenen Anpassung, die ein menschlicher Arbeiter intuitiv bewältigt. Die BMW-Bereitstellung wurde sorgfältig umgrenzt, um innerhalb der Komfortzone der aktuellen Technologie zu bleiben.
Arbeitsrechtliche Auswirkungen
Die Einführung hat die Aufmerksamkeit von IG Metall, der mächtigen deutschen Metallarbeiter-Gewerkschaft, erregt. Die Gewerkschaft forderte transparente Kommunikation über den Umfang und den Zeitplan für die Bereitstellung humanoider Roboter, verbindliche Vereinbarungen, dass die Arbeiter verdrängt durch Automatisierung durch Umschulung und Umplatzierung anstelle von Entlassungen angesprochen werden, und Arbeitnehmervertretung in Entscheidungen über wo und wie Roboter eingeführt werden.
BMW hat angegeben, dass die aktuelle Bereitstellung dazu bestimmt ist, die Belegschaft zu ergänzen und nicht zu ersetzen, indem ergonomisch gefährliche Aufgaben behandelt und menschliche Arbeiter für höherqualifizierte Rollen freigegeben werden. Ob diese Darlegung bestehen bleibt, wenn die Technologie reift und die Bereitstellung erweitert wird, wird eine der bestimmenden Arbeitsfragen des nächsten Jahrzehnts in der Fertigung sein. Die BMW-Bereitstellung ist ein Datenpunkt in einem mehrjährigen Experiment, dessen Ergebnisse nicht nur für BMW, sondern für die gesamte Automobilindustrie ein Signal liefern werden.
Dieser Artikel basiert auf Berichten von Electrek. Lesen Sie den Originalartikel.
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