Eine Korrektur ändert den Prozentsatz, nicht die Richtung

Batterieelektrische Fähren gehören zu den klarsten Beispielen dafür, wie die Elektrifizierung des Verkehrs von Demonstrationsprojekten in die reguläre Beschaffung übergeht. Eine neue Neubewertung der Auftragsbuchdaten der Branche legt nahe, dass eine der am häufigsten zitierten Kennzahlen des Sektors überhöht war, doch die breitere Schlussfolgerung bleibt bestehen: Fähren werden zu einem ernsthaften Markt für Elektrifizierung.

Die überarbeitete Schätzung bezieht sich auf eine Zahl, die in Branchenberichten und Konferenzunterlagen kursierte und besagte, dass rund 70 Prozent der bestellten Fähren batterieausgestattet seien. Nach erneuter Prüfung der zugrunde liegenden Quellen kam der CleanTechnica-Beitragende Michael Barnard zu dem Schluss, dass diese Zahl den Gesamtmarkt nicht korrekt beschrieb, weil sie auf einem unvollständigen Zähler beruhte, der als repräsentativ für das gesamte weltweite Fährauftragsbuch behandelt wurde.

Die belastbarere Schlussfolgerung auf Basis der vorliegenden Zahlen ist niedriger, aber immer noch erheblich. DNV-Daten, die von Riviera berichtet und in Interferry-Konferenzmaterial wiedergegeben wurden, identifizierten 98 batterieausgestattete Auto- und Passagierfähren im Auftragsbuch per Mai 2024. Clarksons weltweite Flottenstatistik vom Juli 2025 bezifferte das gesamte globale Schiffsauftragsbuch auf 6.890 Schiffe, wobei Kreuzfahrtschiffe und Fähren zusammengefasst und nicht sauber getrennt wurden. Cruise Industry News zählte zu Beginn des Jahres 2026 74 Kreuzfahrtschiffe im Auftragsbestand. Zusammengenommen, argumentiert Barnard, ist das Ergebnis nicht 70 Prozent der Fähraufträge, sondern eher etwas in Richtung zwei Fünftel, je nachdem, wie eng die Kategorie definiert wird.

Das ist eine wichtige Korrektur. Sie lässt die Elektrifizierung von Fähren dennoch als eine der stärksten Dekarbonisierungsgeschichten der Schifffahrt erscheinen.