Administratoren, die zwei kritische PHP-Schwachstellen schnell schließen müssen, sehen sich mit einem beunruhigenden Detail konfrontiert: Die Ausnutzungsversuche scheinen vor der öffentlichen Bekanntgabe begonnen zu haben.

Amazon Web Services entdeckte bei der Untersuchung eines absichtlich verwundbaren, internetoffenen Systems einen Angriff vom 17. Oktober. Die öffentlichen Korrekturen für die gemeinsam PHP2Shell genannten Schwachstellen wurden am 21. Oktober veröffentlicht.

Aktivität vor der Bekanntgabe

Honeypots sind Systeme, die scheinbar verwundbar eingerichtet werden, damit Verteidiger Angriffstechniken beobachten können. Laut AWS stammte der Versuch vom 17. Oktober von einer IP-Adresse, die mit einem kommerziellen Anonymisierungsnetzwerk wie einem Proxy oder VPN verbunden war.

AWS konnte nicht feststellen, wie der Angreifer vor der Bekanntgabe an Informationen gelangt war.

Die Ausnutzung wird breiter

Nach der Veröffentlichung der Korrekturen tauchten öffentliche Proof-of-Concept-Exploits auf. AWS zufolge erschienen einige davon Stunden vor der geplanten öffentlichen Bekanntgabe.

Das Unternehmen bewertet PHP2Shell inzwischen als breitflächig in freier Wildbahn ausgenutzt.

Was der Fund belegt

Die verfügbaren Belege nennen weder die Verantwortlichen für die Aktivität vom 17. Oktober noch bestätigen sie einen erfolgreichen Exploit oder die Herkunft der Informationen. Sie belegen jedoch einen vor der öffentlichen Enthüllung aufgezeichneten Versuch gegen einen Honeypot.

Sicherheitsteams sollten betroffene PHP-Installationen identifizieren, Korrekturen einspielen und nach Ausnutzungszeichen suchen.

Eine kurze Lektion zur Patch-Dringlichkeit

Die öffentliche Bekanntgabe markiert nicht den Beginn des Risikos, sondern oft den Zeitpunkt, an dem es für mehr Verteidiger und Angreifer sichtbar wird. Die PHP2Shell-Berichte zeigen, dass Ausnutzung schon vorher beginnen kann.

AWS zufolge ist die Ausnutzung bereits weit verbreitet. Patchen und Untersuchung haben daher höchste Priorität.

Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von Wired. Originalartikel lesen.

Originally published on wired.com