Der Metaversum-Traum endet leise
Im Oktober 2021 benannte Mark Zuckerberg Facebook in Meta um und erklärte, dass das Metaversum die definierende Mission des Unternehmens für das nächste Jahrzehnt sein würde. Im Zentrum dieser Vision stand Horizon Worlds, eine soziale VR-Plattform, auf der Benutzer, dargestellt durch kartoonähnliche Avatare, sich in virtuellen Umgebungen treffen, erstellen und interagieren konnten. Fünf Jahre später stellt Meta Horizon Worlds diesen Juni auf Quest-Headsets ein.
Die Einstellung ist der Höhepunkt eines jahrelangen Musters sinkender Investitionen, Benutzerabwanderung und strategischer Neupositionierung. Horizon Worlds erreichte nie die Benutzerzahlen, die die gemeldeten Entwicklungskosten rechtfertigt hätten, und die Avatare, die Zuckerberg persönlich beworbene, wurden Objekte weit verbreiteter Lächerlichkeit, als sie ohne Beine eingeführt wurden — ein Detail, das zum Symbol der Kluft zwischen dem ehrgeizigen Versprechen des Metaversums und seiner unbeholfenen Realität wurde.
Was ist schiefgelaufen
Horizon Worlds stand vor grundlegenden Problemen, die von Anfang an offensichtlich waren, aber Zeit brauchten, um sich vollständig zu manifestieren. Soziale VR erfordert eine relativ hohe Schwelle gleichzeitiger Benutzer in gemeinsamen virtuellen Räumen, um lebendig und wertvoll zu wirken — und Horizon Worlds erreichte nie die kritische Masse, die erforderlich ist, um konsistente, ansprechende soziale Interaktionen zu unterstützen. Berichte aus den Anfangsjahren der Plattform beschrieben weitgehend leere virtuelle Räume, auch nachdem Meta massiv in die Inhaltserstellung investiert und die Plattform seinen eigenen Mitarbeitern beworben hatte.
Das Content-Erstellungs-Ökosystem, das Meta selbsttragend machen wollte — ähnlich wie nutzergenerierte Inhalte von Roblox seine Plattform tragen — konnte nicht in der erforderlichen Größenordnung entstehen. Das Erstellen überzeugender virtueller Welten erfordert sowohl technische Fähigkeiten als auch anhaltende kreative Anstrengungen, und die Werkzeuge und Monetarisierungsanreize der Plattform zogen keine ausreichend große Creator-Community an.
Die Hardware-Barriere schränkte auch die potenzielle Benutzerbasis ein. Horizon Worlds war hauptsächlich auf Meta Quest-Headsets verfügbar, die trotz ihrer kommerziellen Erfolgreichkeit als eigenständigste VR-Plattform eine Benutzerbasis im Zehn-Millionen-Bereich darstellen, nicht in den Milliarden, die Sozialplattformen benötigen, um echten Mainstream-Status zu erreichen.
Metas strategische Neuausrichtung
Die Schließung von Horizon Worlds auf Quest ist Teil von Metas umfassenderem Bemühen, seine Reality Labs-Division zu rationalisieren, die seit 2020 Betriebsverluste von über $50 Milliarden angesammelt hat. Die Mixed-Reality-Strategie des Unternehmens hat sich von der Verbraucherzentrierten Metaverse-Vision zu einem pragmatischeren Fokus entwickelt: AI-gesteuerte Mixed-Reality-Anwendungen für Produktivität, Kommunikation und Unterhaltung, die Metas Ray-Ban Smart Glasses und Quest's Mixed-Reality-Funktionen nutzen.
Die AI-Neuausrichtung, die Metas strategische Aufmerksamkeit seit 2023 in Anspruch genommen hat, hat auch interne Ressourcen und Führungsaufmerksamkeit von den Metaverse-Produkten abgelenkt, die die Umbenennung des Unternehmens definierten. Zuckerbergs öffentliche Kommunikation hat sich vom Metaversum-Evangelikalismus zu AI-Fähigkeits-Demonstrationen verschoben, und die Kapitalallokation des Unternehmens ist gefolgt.
Die breitere Metaversum-Abrechnung
Metas Rückzug aus der Verbraucherzentrierten Metaversum-Vision, die es verfochten hatte, ist Teil einer breiteren Branchenabrechnung mit der Lücke zwischen Metaverse-Ambitionen und Marktreahlitäten. Microsoft schloss seine industrielle Metaversum-Abteilung. Decentraland und andere Blockchain-basierte Metaverse-Plattformen haben Benutzerbasen, die in Tausenden gemessen werden, anstatt in Millionen, was ihre Bewertungen einst impliziert hatten. Das Konzept ist nicht verschwunden — unternehmensweite virtuelle Zusammenarbeitswerkzeuge und Gaming-Virtualwelten entwickeln sich weiterhin — aber die Vision eines singulären, einheitlichen immersiven sozialen Internets hat sich nicht in den Zeitrahmen materialisiert, die Milliarden an Investitionen vorantrieben.
Dieser Artikel basiert auf Berichten von Wired. Lesen Sie den Originalartikel.
Originally published on wired.com





