E-Mails und Zeugenaussagen liefern neue Details zum Streit mit OpenAI
Neue Beweise, die vor einem Bundesgericht vorgelegt wurden, haben dem langjährigen Streit zwischen Elon Musk und OpenAI eine schärfere Zeitleiste gegeben. Während des Verfahrens Musk v. Altman präsentierten Anwälte E-Mails, Textnachrichten und Zeugenaussagen, die darauf hindeuten, dass Musk in den Monaten vor seinem Ausscheiden aus dem OpenAI-Vorstand im Februar 2018 versucht hatte, Sam Altman für ein auf Tesla basierendes Vorhaben im Bereich künstliche Intelligenz zu gewinnen.
Nach dem im Gericht gezeigten Material ging Musk über informelle Gespräche hinaus. Die Beweise deuteten darauf hin, dass er erwog, Altman einen Sitz im Tesla-Verwaltungsrat anzubieten, als Teil eines Plans, innerhalb von Tesla ein als „KI-Labor von Weltklasse“ beschriebenes Projekt aufzubauen. Die Enthüllungen kamen während des Kreuzverhörs von Shivon Zilis ans Licht, einer ehemaligen OpenAI-Beraterin und Vorstandsmitglied, die auch Führungsrollen bei Tesla und Neuralink innehatte.
Die Darstellung im Gerichtssaal ist wichtig, weil sie den Kern der konkurrierenden Erzählungen des Falls berührt. Musks Seite hat argumentiert, dass OpenAI-Führungskräfte eine gemeinnützige Mission in ein enorm wertvolles Privatunternehmen umgeleitet hätten. OpenAI wiederum hat vorgebracht, dass Musks eigenes Verhalten den Wunsch gezeigt habe, die Kontrolle über die Organisation zu erlangen oder ihre Arbeit umzulenken.
OpenAI nutzt die Beweise, um Musks Motive in Frage zu stellen
Das Rechtsteam von OpenAI nutzte die Aussage des Tages, um seine Behauptung zu untermauern, Musk sei nicht bloß ein besorgter früher Unterstützer gewesen, sondern ein angehendes Machtzentrum, das den gewünschten Einfluss nicht in ausreichendem Maß sichern konnte. Nach der Verhandlung sagte der OpenAI-Anwalt William Savitt, der dokumentarische Befund zeige, dass Musk erwogen habe, Altman in den Tesla-Vorstand zu setzen, und versucht habe, ihn stattdessen von Tesla zu überzeugen.
Dieses Argument passt zu OpenAIs breiterer Reaktion auf die Klage. Das Unternehmen hat den Fall teilweise als Reaktion darauf dargestellt, dass Musk OpenAI nicht in die von ihm bevorzugte Richtung lenken konnte. In dieser Lesart waren spätere Spannungen nicht nur philosophische Differenzen über Governance oder Kommerzialisierung, sondern die Folge eines früheren Kampfes um institutionelle Kontrolle.
Die Beweise vom Mittwoch gaben dieser Theorie mehr Struktur. Eine im Gericht vorgelegte Textnachricht aus Februar 2018 zeigte, wie Zilis Altman fragte, ob er über „eine B-Corp-Tochter von Tesla“ nachgedacht habe. Zwar wurde die vollständige strategische Absicht hinter der Nachricht aus dem Quellmaterial nicht belegt, doch OpenAI brachte sie ein, um zu zeigen, dass während einer kritischen Phase für die Zukunft von OpenAI bereits aktiv über einen mit Tesla verknüpften Weg zur KI-Entwicklung nachgedacht wurde.





