Zwei elektrische Range Rovers in Vorbereitung

JLR verfolgt eine zweigleisige Elektrifizierungsstrategie für seine Flaggschiff-Marke Range Rover. Auf der einen Schiene befindet sich eine elektrische Version des großen Range Rover. Auf der anderen Schiene – Thema aktueller Spionagefotos – befindet sich ein neues, eigenständiges Elektromodell, das den Range Rover Velar ersetzt, den mittleren Lifestyle-SUV der Marke, der zwischen dem Evoque und dem Range Rover Sport in der Markenhierarchie positioniert ist.

Der in den Spionagefotos gezeigte Prototyp ist eindeutig ein Range Rover-Familienprodukt, weist aber proportional unterschiedliche Karosserie und Dachline im Vergleich zum großen Modell auf. Die Tarnung verborgen die meisten Details, aber Höhe und Radlauf-Charakteristik des Fahrzeugs entsprechen eher den crossover-orientierten Proportionen des Velar als der aufrechteren Silhouette der größeren Modelle.

Warum der Velar einen Nachfolger brauchte

Der Range Rover Velar wurde 2017 mit großem Lob für seine damals hochmoderne Innenausstattung und sein charakteristisches Fastback-Profil eingeführt. In den folgenden Jahren hat sich die Wettbewerbslandschaft dramatisch verändert. Deutsche Premium-Marken haben attraktive mittelgroße Elektro-SUVs eingeführt, chinesische Luxus-EV-Marken zielten mit aggressiver Preisgestaltung und Technologie auf das Segment ab, und die Erwartungen der Käufer an Reichweite und Schnellladefähigkeit sind erheblich gestiegen.

JLR hat deutlich gemacht, dass Jaguar als Marke für Ultraprämium-Elektrofahrzeuge neuausgerichtet wird, während Land Rover und Range Rover die Elektrifizierung Modell für Modell vorantreiben. Der Velar-Nachfolger scheint einer der frühen Einträge im Range Rover-Elektroprogramm zu sein und könnte die Volumen- und Kostendeckungsbasis bieten, die den exklusiveren großen elektrischen Range Rover unterstützt.

Plattform- und Antriebserwartungen

JLR entwickelt eine unternehmenseigene Elektrofahrzeug-Plattform namens EMA (Electric Modular Architecture) für mittelgroße Fahrzeuge, getrennt von der größeren MLA-Plattform, die den großen Range Rover trägt. Es wird erwartet, dass der Velar-Nachfolger die EMA nutzt, die von Grund auf für Elektroantriebe konzipiert wurde und nicht die Architektur eines Verbrennungsmotorfahrzeugs adaptiert.

EMA-Spezifikationen wurden nicht öffentlich bestätigt, aber JLR hat Ziele für eine Reichweite von über 300 Meilen mit den neuesten Hochenergie-Zellformaten angegeben. Die Architektur der Plattform ermöglicht Ein- und Doppelmotorkonfigurationen für verschiedene Effizienz- und Leistungsstufen.

Zeitplan und Wettbewerb

JLR hat den Velar-Nachfolger nicht formal angekündigt oder einen Produktionsplan bekannt gegeben. Prototypen in aktiven Tests deuten auf eine Enthüllung innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate hin, mit Produktion wahrscheinlich Ende 2027 oder 2028. Dieser Zeitplan bringt es mehrere Jahre hinter den Wettbewerb von Audi, BMW, Porsche und aufstrebenden chinesischen Luxus-EV-Marken.

Das Markenvermögen von Range Rover bleibt ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Umfragedaten zeigen konsistent, dass die Marke in Schlüsselmärkten wie USA, UK, China und dem Nahen Osten anhaltenden Prestige behält – was Preisgestaltungsmacht bietet, die wenige Konkurrenten erreichen können. JLRs Herausforderung besteht darin, die Elektrifizierung durchzuführen, ohne die Materialqualität und Off-Road-Fähigkeit zu untergraben, die Range Rover von Luxus-Crossovern unterscheidet, die ähnliche Plattformen nutzen, aber nicht sein Erbe haben.

Dieser Artikel basiert auf Berichten von Motor Authority. Lesen Sie den Originalartikel.